Schulaufsätze von Käte Grunewald, item 47

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linke Seite

nicht, lange über etwas Schmerz zu tragen und zu

trauern. Sie wollen ihre Freude wie jedes Jahr haben.

Ihr werdet großen Dank aus kleinen Herzen ernten,

wenn ihr diesen Kindern ein Bäumchen als

Weihnachtsgabe schenkt.

Wir dürfen nicht kargen mit Liebe und großen und

kleinen Geschenken, die viel Trübsal zu lindern.

Laßt uns nicht mit müßigen Worten all das Elend

beklagen, sondern tatkräftig eingreifen. Wie werden

wir uns am Christfest über unsern Gabentisch

freuen, wenn wir und sagen können: "Durch

dich dürfen ein paar auf dieser Erde auch diese Freude

genießen!" Wie herrlich ist das Gefühl:

Geben ist seliger als Nehmen!

Anmerkung des Lehrers Im allgemeinen recht gut; auf der ersten Seite etwas schwerer Satzbau.

rechte Seite

12.                                                                                                     26. Januar 1917.

Etwas aus der guten alten Zeit.

Ach, die gute alte Zeit!- Wie oft habe ich das Wort nicht

schon sagen hören, wenn einmal Großmutter oder die alte

Tante auskramten und dies und jenes aus ihrer Jugend

erzählten. Dann ist wohl mancher Stoßseufzer über die

"verrückten modernen Einrichtungen" zum Himmel gesandt

worden, die es einst in der guten alten Zeit noch gar

nicht gab, oder wenigstens in erträglicherer Weise. Ja,

da konnte man noch ruhig über die Straßen gehen, ohne

in ständiger Angst vor dieser "gräßlichen Elektrischen" sein

zu müssen, die einem außerdem noch die Mittagsruhe

stört! Ist das nicht ein sehr ungerechter Tadel über

die Neuzeit? Liebes Tantchen, ich glaube kaum, daß es

dir angenehm wäre, wenn du deine zahlreichen Nacht-

und Freundinnenbesuche alle zu Fuß erledigen müßtest!

Also unsere Straßenbahn hoch in Ehren, und nicht so

prahlerisch über die gute alte Zeit mit ihren

oft recht großen Mängeln reden! Kann ich denn über-

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linke Seite

nicht, lange über etwas Schmerz zu tragen und zu

trauern. Sie wollen ihre Freude wie jedes Jahr haben.

Ihr werdet großen Dank aus kleinen Herzen ernten,

wenn ihr diesen Kindern ein Bäumchen als

Weihnachtsgabe schenkt.

Wir dürfen nicht kargen mit Liebe und großen und

kleinen Geschenken, die viel Trübsal zu lindern.

Laßt uns nicht mit müßigen Worten all das Elend

beklagen, sondern tatkräftig eingreifen. Wie werden

wir uns am Christfest über unsern Gabentisch

freuen, wenn wir und sagen können: "Durch

dich dürfen ein paar auf dieser Erde auch diese Freude

genießen!" Wie herrlich ist das Gefühl:

Geben ist seliger als Nehmen!

Anmerkung des Lehrers Im allgemeinen recht gut; auf der ersten Seite etwas schwerer Satzbau.

rechte Seite

12.                                                                                                     26. Januar 1917.

Etwas aus der guten alten Zeit.

Ach, die gute alte Zeit!- Wie oft habe ich das Wort nicht

schon sagen hören, wenn einmal Großmutter oder die alte

Tante auskramten und dies und jenes aus ihrer Jugend

erzählten. Dann ist wohl mancher Stoßseufzer über die

"verrückten modernen Einrichtungen" zum Himmel gesandt

worden, die es einst in der guten alten Zeit noch gar

nicht gab, oder wenigstens in erträglicherer Weise. Ja,

da konnte man noch ruhig über die Straßen gehen, ohne

in ständiger Angst vor dieser "gräßlichen Elektrischen" sein

zu müssen, die einem außerdem noch die Mittagsruhe

stört! Ist das nicht ein sehr ungerechter Tadel über

die Neuzeit? Liebes Tantchen, ich glaube kaum, daß es

dir angenehm wäre, wenn du deine zahlreichen Nacht-

und Freundinnenbesuche alle zu Fuß erledigen müßtest!

Also unsere Straßenbahn hoch in Ehren, und nicht so

prahlerisch über die gute alte Zeit mit ihren

oft recht großen Mängeln reden! Kann ich denn über-


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  • January 7, 2019 20:32:46 Jan Hansen

    linke Seite

    nicht, lange über etwas Schmerz zu tragen und zu

    trauern. Sie wollen ihre Freude wie jedes Jahr haben.

    Ihr werdet großen Dank aus kleinen Herzen ernten,

    wenn ihr diesen Kindern ein Bäumchen als

    Weihnachtsgabe schenkt.

    Wir dürfen nicht kargen mit Liebe und großen und

    kleinen Geschenken, die viel Trübsal zu lindern.

    Laßt uns nicht mit müßigen Worten all das Elend

    beklagen, sondern tatkräftig eingreifen. Wie werden

    wir uns am Christfest über unsern Gabentisch

    freuen, wenn wir und sagen können: "Durch

    dich dürfen ein paar auf dieser Erde auch diese Freude

    genießen!" Wie herrlich ist das Gefühl:

    Geben ist seliger als Nehmen!

    Anmerkung des Lehrers Im allgemeinen recht gut; auf der ersten Seite etwas schwerer Satzbau.

    rechte Seite

    12.                                                                                                     26. Januar 1917.

    Etwas aus der guten alten Zeit.

    Ach, die gute alte Zeit!- Wie oft habe ich das Wort nicht

    schon sagen hören, wenn einmal Großmutter oder die alte

    Tante auskramten und dies und jenes aus ihrer Jugend

    erzählten. Dann ist wohl mancher Stoßseufzer über die

    "verrückten modernen Einrichtungen" zum Himmel gesandt

    worden, die es einst in der guten alten Zeit noch gar

    nicht gab, oder wenigstens in erträglicherer Weise. Ja,

    da konnte man noch ruhig über die Straßen gehen, ohne

    in ständiger Angst vor dieser "gräßlichen Elektrischen" sein

    zu müssen, die einem außerdem noch die Mittagsruhe

    stört! Ist das nicht ein sehr ungerechter Tadel über

    die Neuzeit? Liebes Tantchen, ich glaube kaum, daß es

    dir angenehm wäre, wenn du deine zahlreichen Nacht-

    und Freundinnenbesuche alle zu Fuß erledigen müßtest!

    Also unsere Straßenbahn hoch in Ehren, und nicht so

    prahlerisch über die gute alte Zeit mit ihren

    oft recht großen Mängeln reden! Kann ich denn über-

  • January 7, 2019 16:36:24 Jan Hansen

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    nicht, lange über etwas Schmerz zu tragen und zu

    trauern. Sie wollen ihre Freude wie jedes Jahr haben.

    Ihr werdet großen Dank aus kleinen Herzen ernten,

    wenn ihr diesen Kindern ein Bäumchen als

    Weihnachtsgabe schenkt.

    Wir dürfen nicht kargen mit Liebe und großen und

    kleinen Geschenken, die viel Trübsal zu lindern.

    Laßt uns nicht mit müßigen Worten all das Elend

    beklagen, sondern tatkräftig eingreifen. Wie werden

    wir uns am Christfest über unsern Gabentisch

    freuen, wenn wir und sagen können: "Durch

    dich dürfen ein paar auf dieser Erde auch diese Freude

    genießen!" Wie herrlich ist das Gefühl:

    Geben ist seliger als Nehmen!

    Anmerkung des Lehrers Im allgemeinen recht gut; auf der ersten Seite etwas schwerer Satzbau.

    rechte Seite

    12.                                                                                                     26. Januar 1917.

    Etwas aus der guten alten Zeit.



  • January 7, 2019 16:35:46 Jan Hansen

    linke Seite

    nicht, lange über etwas Schmerz zu tragen und zu

    trauern. Sie wollen ihre Freude wie jedes Jahr haben.

    Ihr werdet großen Dank aus kleinen Herzen ernten,

    wenn ihr diesen Kindern ein Bäumchen als

    Weihnachtsgabe schenkt.

    Wir dürfen nicht kargen mit Liebe und großen und

    kleinen Geschenken, die viel Trübsal zu lindern.

    Laßt uns nicht mit müßigen Worten all das Elend

    beklagen, sondern tatkräftig eingreifen. Wie werden

    wir uns am Christfest über unsern Gabentisch

    freuen, wenn wir und sagen können: "Durch

    dich dürfen ein paar auf dieser Erde auch diese Freude

    genießen!" Wie herrlich ist das Gefühl:

    Geben ist seliger als Nehmen!

    Anmerkung des Lehrers Im allgemeinen recht gut; auf der ersten Seite etwas schwerer Satzbau.

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    Blasewitz, Dresden

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12965 / 198482
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Sabine Schmaling
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


December 13, 1916 – January 26, 1917
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