Erinnerungsbuch, item 26

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   Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit

 [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

das Okertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

   Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

Lehrreiches. Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

   Die Nachmittage, die meist frei geblieben waren, brachte ich

mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V. schob

ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas, gewissermaßen

die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

   Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

es doch der letzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

sowohl wie für mich.

   Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

in Biesdorf bei Püschels.

   Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

   Die folgenden Zeilen bringen zunächst nur einen kurzen


-17-

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   Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit

 [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

das Okertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

   Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

Lehrreiches. Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

   Die Nachmittage, die meist frei geblieben waren, brachte ich

mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V. schob

ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas, gewissermaßen

die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

   Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

es doch der letzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

sowohl wie für mich.

   Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

in Biesdorf bei Püschels.

   Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

   Die folgenden Zeilen bringen zunächst nur einen kurzen


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  • April 30, 2018 13:22:52 Chrissie Lutze

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit

     [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Okertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches. Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meist frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V. schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas, gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

    wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

    hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

    nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

    es doch der letzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

    sowohl wie für mich.

       Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

    es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

    habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

    mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

    was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

    in Biesdorf bei Püschels.

       Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

    II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

    1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

    erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

    zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

       Die folgenden Zeilen bringen zunächst nur einen kurzen


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  • April 30, 2018 13:15:22 Chrissie Lutze

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit

     [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches. Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meist frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V. schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas, gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

    wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

    hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

    nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

    es doch der letzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

    sowohl wie für mich.

       Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

    es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

    habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

    mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

    was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

    in Biesdorf bei Püschels.

       Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

    II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

    1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

    erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

    zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

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  • April 30, 2018 13:11:29 Chrissie Lutze

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit

     [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches. Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meist frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V. schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas, gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

    wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

    hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

    nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

    es doch der letzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

    sowohl wie für mich.

       Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

    es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

    habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

    mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

    was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

    in Biesdorf bei Püschels.

       Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v.  Feldart .

    II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

    1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

    erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

    zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

       Die folgenden Zeilen bringen zunächst nur einen kurzen


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  • December 15, 2017 12:18:59 Daniela Z

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit  [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches . Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meiste frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V . schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

    wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

    hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

    nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

    es doch der eltzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

    sowohl wie für mich.

       Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

    es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

    habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

    mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

    was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

    in Biesdorf bei Püschels.

       Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

    II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

    1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

    erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

    zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

       Die folgenden Zeilen bringen zunächst nur einen kurzen


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  • December 15, 2017 12:11:36 Daniela Z

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit  [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches . Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meiste frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V . schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

    wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

    hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

    nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

    es doch der eltzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

    sowohl wie für mich.

       Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

    es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

    habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

    mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

    was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

    in Biesdorf bei Püschels.

       Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

    II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

    1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

    erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

    zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

       Die folgenden Zeiten bringen zunächst nur einen kurzen


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  • December 15, 2017 12:09:30 Daniela Z

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit  [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches . Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meiste frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V . schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep. Hätte auch manches anders sein können, es

    wurde doch wieder eine schöne Zeit, die wir auch - unser Kreis

    hatte sich um Doerings vergrößert, Werner Pledath fehlte diesmal -

    nach Möglichkeit bis zum letzten auskosteten. War 

    es doch der eltzte Kriegssommer in der Heimat für Erich Domke

    sowohl wie für mich.

       Am 14. September erst aus Deep zurückgekommen hieß

    es zunächst einmal die ganzen Bilderbestellungen erledigen. Ich

    habe die Anzahl auf etwa 500 berechnet! Sodann beschäftigte ich

    mich sehr angelegentlich damit, mein erstes Semester nachzuarbeiten, 

    was auch teilweise gelang. Einige Sonntage war ich

    in Biesdorf bei Püschels.

       Am 12. Oktober wurde ich gemustert: "R. v. Feldart.

    II fahrend". Unsere Hoffnung, ich würde kaum vor Januar

    1917 eingezogen werden, erwies sich als trügerisch. Am 13. November

    erhielt ich für Mittwoch den 15. November den Stellungsbefehl

    zum Feldartillerie Rgt. 57, Neustadt O. Schl.

       Die folgenden Zeiten bringen zunächst nur einen kurzen


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  • December 15, 2017 12:00:07 Daniela Z

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit  [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar über Ostern: Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auherhahn nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Wernigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehrreiches . Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meiste frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. K. E und A. K. V . schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep.

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  • December 9, 2017 16:55:26 Daniela Z

       Einen schönen Abschluß der mir allzu lang gewordenen Muluszeit  [Muluszeit: Begriff für die Phase zwischen Abitur und Studium; von Mulus = Maultier] 

    bringt mir eine Reise nach Goslar übersteen : Butterfahrt nach Upen

    mit gutem Erfolg, eine Radtour über den Auterheehen nach Klaustal, durch

    das Ottertal zurück nach Goslar und andere kleinere und größere Spaziergänge

    und -fahrten. Ein Besuch in Seternigerode bei Käthe und Dora Püschel.

       Auch dieser Sommer bringt wieder vielerlei Unterhaltung und

    Lehereihes . Meine Universitätszeit begann, und ich muß sagen, ich

    habe das erste Semester über, solange ich in Berlin war, auch artig meine

    Kollegs besucht. Das Arbeiten verschob ich allerdings auf später.

       Die Nachmittage, die meiste frei geblieben waren, brachte ich

    mit allerhand Stundengeben unter - darunter auch Mathematik an

    Dora - . Einen Eintritt in eine studentische Verbindung - in 

    Aussicht genommen hatte ich den A. R. E und A. R. V . schob

    ich noch immer auf, da mich ein ungewisses Etwas gewissermaßen

    die Furcht vor Begrenzung meiner persönlichen, eben

    erst gewonnenen Freiheit davon abhielt.

       Die Sommerferien - 2 Monate schienen mir zu wenig;

    so fuhr ich schon am 11. Juli, Mutti war schon mit Tante

    Erna und Bubi seit dem 1. Juli dort - waren wir natürlich

    wieder in Deep.

    missing


Description

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  • 51.907222||10.43||

    Goslar

  • 52.006||10.3451||

    Upen

  • 51.803611||10.333056||

    Klaustal

  • 51.852123||10.361052||

    Auerhahn(teich)

  • 51.851028||10.459139||

    Okertal

  • 51.835833||10.776667||

    Wernigerode

  • 54.143889||15.291667||

    Deep/Mrzeżyno

  • 52.509167||13.555278||

    Biesdorf

  • 50.316667||17.6||

    Neustadt, Oberschlesien/Prudnik

  • 52.5234051||13.4113999||

    Berlin

    ||1
Location(s)
  • Story location Berlin
  • Document location Goslar
  • Additional document location Upen
  • Additional document location Klaustal
  • Additional document location Auerhahn(teich)
  • Additional document location Okertal
  • Additional document location Wernigerode
  • Additional document location Deep/Mrzeżyno
  • Additional document location Biesdorf
  • Additional document location Neustadt, Oberschlesien/Prudnik


ID
1285 / 10769
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Rheinboldt, Sigrid
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


1916 – November 15, 1916
  • Deutsch


  • Remembrance



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