Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 1, item 114

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S. 192

bei R.I.R. 64 in Stellung verbracht. Dennoch waren die Verluste

wieder hoch. Die M.G. Kompagnien verloren, ausser der gesamten

Bedienung des Gewehrs (2 Mann †) im Granatloch, unter anderen: Lt.

Wasmuth (früher 2. M.G.K.) und Schütze Blödorn 2 M.G. Ersterer fiel durch

Kopfschuss als er im Begriff war eine Handgranate zu schleudern,

letzterer druch die Explosion dieser, ferner noch 8 Verwundete.

Den letzten Tag in Stellung verbrachten wir in einem geräumigen

Unterstand im Grevillers Riegel. Dieser war nun das Ziel der

engl. schweren Artillerie, welche sehr verstärkt worden war,

da die leichtere, wahrscheinlich noch nicht durch den Morast

der aufgegebenen vordesten Stellung hindurch war. Somit

"beasten" sie nun mehr als ausgiebig, die äusserst fest

ausgebaute Stellung, und legten sie langsam in Trümmer.

Mancher Unterstand brach unter den mächtigen Keulenschlägen

der engl. Schiffsgeschütze zusammen. So fand eine ganze Gruppe

9 Mann, den Tod, unter den zusammenbrechenden Trümmern

eines Stollens mit 2 Ausgängen. Rettungsarbeit war bei diesem

Feuer unmöglich. Die mannstiefen Gräben verflachten immer

mehr, so das man stellenweise kaum noch kniend Schutz fand.

Wir empfingen reichlich Schnaps und liessen es uns dabei gut

sein. Bei einem plötzlichen Alarm (blind) steckte ich gerade

den Kopf über Deckung, als 1 mtr. neben mir auf die

Schutzwehr eine Granate niederging, so dass ich mit Erdschollen

förmlich bedeckt wurde.

      Am 3.III. erfolgte Ablösung und wohlverdiente Ruhe.                     3.III.

Traurige Pflichten hatten wir zu erfüllen, manchen lieben


S. 193

Kameraden hatten wir verloren, und mancher starb an den

Folgen seiner schweren Verwundungen. Unsere beiden Toten

Lt. Wasmuth und Schütze Blödorn hatten wir draussen lassen

müssen. Eine ergreifende Feier fand auf dem Soldatenfriedhof


Foto 96


zur Beisetzung statt zu der auch Exellenz Freiherr von Marschall,

der Kommandeur des Garde Reserve Korps., mit Stab,

Generalmajor Tiede, der Divisionär und andere erschienen. Zuerst wurde

die Trauerfeier für einen Offizier gehalten, dessen Leiche nach

Deutschland überführt wurde, darauf für wohl 25 Kameraden.

Im Anschluss daran wurden Auszeichnungen verteilt.

      Am nächsten Tag starb der Gewehrführer vom bewusten Gewehr am

Granatloch an den Folgen seiner Knieverwundung. Die 3 M.G.K. erschienen

durch Versehen zu spät zur Beisetzung, auf die Bitte des Lt. Stöltizg am

Grabe eine Gedächtnisrede zu halten, sagte der kathl. Geistliche

mit den Worten: "Na da machen wirs noch mal" in wenig passender

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S. 192

bei R.I.R. 64 in Stellung verbracht. Dennoch waren die Verluste

wieder hoch. Die M.G. Kompagnien verloren, ausser der gesamten

Bedienung des Gewehrs (2 Mann †) im Granatloch, unter anderen: Lt.

Wasmuth (früher 2. M.G.K.) und Schütze Blödorn 2 M.G. Ersterer fiel durch

Kopfschuss als er im Begriff war eine Handgranate zu schleudern,

letzterer druch die Explosion dieser, ferner noch 8 Verwundete.

Den letzten Tag in Stellung verbrachten wir in einem geräumigen

Unterstand im Grevillers Riegel. Dieser war nun das Ziel der

engl. schweren Artillerie, welche sehr verstärkt worden war,

da die leichtere, wahrscheinlich noch nicht durch den Morast

der aufgegebenen vordesten Stellung hindurch war. Somit

"beasten" sie nun mehr als ausgiebig, die äusserst fest

ausgebaute Stellung, und legten sie langsam in Trümmer.

Mancher Unterstand brach unter den mächtigen Keulenschlägen

der engl. Schiffsgeschütze zusammen. So fand eine ganze Gruppe

9 Mann, den Tod, unter den zusammenbrechenden Trümmern

eines Stollens mit 2 Ausgängen. Rettungsarbeit war bei diesem

Feuer unmöglich. Die mannstiefen Gräben verflachten immer

mehr, so das man stellenweise kaum noch kniend Schutz fand.

Wir empfingen reichlich Schnaps und liessen es uns dabei gut

sein. Bei einem plötzlichen Alarm (blind) steckte ich gerade

den Kopf über Deckung, als 1 mtr. neben mir auf die

Schutzwehr eine Granate niederging, so dass ich mit Erdschollen

förmlich bedeckt wurde.

      Am 3.III. erfolgte Ablösung und wohlverdiente Ruhe.                     3.III.

Traurige Pflichten hatten wir zu erfüllen, manchen lieben


S. 193

Kameraden hatten wir verloren, und mancher starb an den

Folgen seiner schweren Verwundungen. Unsere beiden Toten

Lt. Wasmuth und Schütze Blödorn hatten wir draussen lassen

müssen. Eine ergreifende Feier fand auf dem Soldatenfriedhof


Foto 96


zur Beisetzung statt zu der auch Exellenz Freiherr von Marschall,

der Kommandeur des Garde Reserve Korps., mit Stab,

Generalmajor Tiede, der Divisionär und andere erschienen. Zuerst wurde

die Trauerfeier für einen Offizier gehalten, dessen Leiche nach

Deutschland überführt wurde, darauf für wohl 25 Kameraden.

Im Anschluss daran wurden Auszeichnungen verteilt.

      Am nächsten Tag starb der Gewehrführer vom bewusten Gewehr am

Granatloch an den Folgen seiner Knieverwundung. Die 3 M.G.K. erschienen

durch Versehen zu spät zur Beisetzung, auf die Bitte des Lt. Stöltizg am

Grabe eine Gedächtnisrede zu halten, sagte der kathl. Geistliche

mit den Worten: "Na da machen wirs noch mal" in wenig passender


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  • April 2, 2017 09:56:02 Rolf Kranz

    S. 192

    bei R.I.R. 64 in Stellung verbracht. Dennoch waren die Verluste

    wieder hoch. Die M.G. Kompagnien verloren, ausser der gesamten

    Bedienung des Gewehrs (2 Mann †) im Granatloch, unter anderen: Lt.

    Wasmuth (früher 2. M.G.K.) und Schütze Blödorn 2 M.G. Ersterer fiel durch

    Kopfschuss als er im Begriff war eine Handgranate zu schleudern,

    letzterer druch die Explosion dieser, ferner noch 8 Verwundete.

    Den letzten Tag in Stellung verbrachten wir in einem geräumigen

    Unterstand im Grevillers Riegel. Dieser war nun das Ziel der

    engl. schweren Artillerie, welche sehr verstärkt worden war,

    da die leichtere, wahrscheinlich noch nicht durch den Morast

    der aufgegebenen vordesten Stellung hindurch war. Somit

    "beasten" sie nun mehr als ausgiebig, die äusserst fest

    ausgebaute Stellung, und legten sie langsam in Trümmer.

    Mancher Unterstand brach unter den mächtigen Keulenschlägen

    der engl. Schiffsgeschütze zusammen. So fand eine ganze Gruppe

    9 Mann, den Tod, unter den zusammenbrechenden Trümmern

    eines Stollens mit 2 Ausgängen. Rettungsarbeit war bei diesem

    Feuer unmöglich. Die mannstiefen Gräben verflachten immer

    mehr, so das man stellenweise kaum noch kniend Schutz fand.

    Wir empfingen reichlich Schnaps und liessen es uns dabei gut

    sein. Bei einem plötzlichen Alarm (blind) steckte ich gerade

    den Kopf über Deckung, als 1 mtr. neben mir auf die

    Schutzwehr eine Granate niederging, so dass ich mit Erdschollen

    förmlich bedeckt wurde.

          Am 3.III. erfolgte Ablösung und wohlverdiente Ruhe.                     3.III.

    Traurige Pflichten hatten wir zu erfüllen, manchen lieben


    S. 193

    Kameraden hatten wir verloren, und mancher starb an den

    Folgen seiner schweren Verwundungen. Unsere beiden Toten

    Lt. Wasmuth und Schütze Blödorn hatten wir draussen lassen

    müssen. Eine ergreifende Feier fand auf dem Soldatenfriedhof


    Foto 96


    zur Beisetzung statt zu der auch Exellenz Freiherr von Marschall,

    der Kommandeur des Garde Reserve Korps., mit Stab,

    Generalmajor Tiede, der Divisionär und andere erschienen. Zuerst wurde

    die Trauerfeier für einen Offizier gehalten, dessen Leiche nach

    Deutschland überführt wurde, darauf für wohl 25 Kameraden.

    Im Anschluss daran wurden Auszeichnungen verteilt.

          Am nächsten Tag starb der Gewehrführer vom bewusten Gewehr am

    Granatloch an den Folgen seiner Knieverwundung. Die 3 M.G.K. erschienen

    durch Versehen zu spät zur Beisetzung, auf die Bitte des Lt. Stöltizg am

    Grabe eine Gedächtnisrede zu halten, sagte der kathl. Geistliche

    mit den Worten: "Na da machen wirs noch mal" in wenig passender

  • January 27, 2017 22:28:56 Rolf Kranz

    S. 192

    bei R.I.R. 64 in Stellung verbracht. Dennoch waren die Verluste

    wieder hoch. Die M.G. Kompagnien verloren, ausser der gesamten

    Bedienung des Gewehrs (2 Mann †) im Granatloch, unter anderen: Lt.

    Wasmuth (früher 2. M.G.K.) und Schütze Blödorn 2 M.G. Ersterer fiel durch

    Kopfschuss als er im Begriff war eine Handgranate zu schleudern,

    letzterer druch die Explsion dieser, ferner noch 8 Verwundete.

    Den letzten Tag in Stellung verbrachten wir in einem geräumigen

    Unterstand im Grevillers Riegel. Dieser war nun das Ziel der

    engl. schweren Artillerie, welche sehr verstärkt worden war,

    da die leichtere, wahrscheinlich noch nicht durch den Morast

    der aufgegebenen vordesten Stellung hindurch war. Somit

    "beasten" sie nun mehr als ausgebieg, die äusserst fest

    ausgebaute Stellung, und legten sie langsam in Trümmer.

    Mancher Unterstand brach unter den mächtigen Keulenschlägen

    der engl. Schiffsgeschütze zusammen. So fand eine ganze Gruppe

    9 Mann, den Tod, unter den zusammenbrechenden Trümmern

    eines Stollens mit 2 Ausgängen. Rettungsarbeit war bei diesem

    Feuer unmöglich. Die mannstiefen Gräben verflachten immer

    mehr, so das man stellenweise kaum noch kniend Schutz fand.

    Wir empfingen reichlich Schnaps und liessen es uns dabei gut

    sein. Bei einem plötzlichen Alarm (blind) steckte ich gerade

    den Kopf über Deckung, als 1 mtr. neben mir auf die

    Schutzwehr eine Granate niederging, so dass ich mit Erdschollen

    förmlich bedeckt wurde.

    Am 3.III. erfolgte Ablösung und wohlverdiente Ruhe.

    Traurige Pflichten hatten wir zu erfüllen, manchen lieben


    S. 193

    Kameraden hatten wir verloren, und mancher starb an den

    Folgen seiner schweren Verwundungen. Unsere beiden Toten

    Lt. Wasmuth und Schütze Blödorn hatten wir draussen lassen

    müssen. Eine ergreifende Feier fand auf dem Soldatenfriedhof


    Foto 96


    zur Beisetzung statt zu der auch Exellenz Freiherr von Marschall,

    der Kommandeur des Garde Reserve Korps., mit Stab,

    Generalmajor Tiede, der Divisionär und andere erschienen. Zuerst wurde

    die Trauerfeier für einen Offizier gehalten, dessen Leiche nach

    Deutschland überführt wurde, darauf für wohl 25 Kameraden.

    Im Anschluss daran wurden Auszeichnungen verteilt.

    Am nächsten Tag starb der Gewehrführer von bewusten Gewehr am

    Granatloch an den Folgen seiner Knieverwundung. Die 3 M.G.K. erschienen

    durch Versehen zu spät zur Beisetzung, auf die Bitte des Lt. Stöltizg am

    Grabe eine Gedächtnisrede zu halten, sagte der kathl. Geistliche

    mit den Worten: "Na da machen wirs noch mal" in wenig passender


  • December 24, 2016 13:38:35 Corinna Pichler (AUT)

    S. 192

    bei R.I.R. 64 in Stellung verbracht. Dennoch waren die Verluste

    wieder hoch. Die M.G. Kompagniere verloren, ausser der gesamten

    Bedienung des Gewehrs (2 Mann t) im Granatloch, unter anderen: Lt.

    Wasmuth (früher 2. M.G.K.) und Schütze Blödorn 2 M.G. Ersterer fiel durch

    Kopfschuss als er im Begriff war eine Handgranate zu schleudern,

    letzterer druch die Explsion dieser, ferner noch 8 Verwundete.

    Den letzten Tag in Stellung verbrachten wir in einem geräumigen

    Unterstand in Grevillers Riegel. Dieser war nun das Ziel der

    engl. schweren Artillerie, welche sehr verstärkt worden warm

    da die leichtere, wahrscheinlich noch nicht durch den Morast

    der aufgegebenen vordesten Stellung hindurch war. Somit

    "brasten" sie nunmehr als ausgebieg, die äusserst fest

    ausgebaute Stellung, und legten sie langsam in Trümmer.

    Mancher Unterstand brach unter den mächtigen Keulenschlägen

    der engl. Schiffsgeschütze zusammen. So fand eine ganze Gruppe

    9 Mann, den Tod, unter den zusammenbrechenden Trümmern

    eines Stollens mit 2 Ausgängen. Rettungsarbeit war bei diesem

    Feuer unmöglich. Die mannstiefen Gräben verflachten immer

    mehr, so das man stellenweise kaum noch kniend Schutz fand.

    Wir empfingen reichlich Schnaps und liesses es uns dabei gut

    sein. Bei einem plötzlichen Alarm (blind) steckte ich gerade

    den Kopf über Dekcung, als 1 mtr. neben mir auf die

    Schutzwehr eine Granate niederging, so dass ich mit Erdschollen

    förmlich bedeckt wurde.

    Am 3.III. erfolgte Ablösung und wohlverdiente Ruhe.

    Traurige Pflichten hatten wir zu erfüllen, manchen lieben


    S. 193

    Kameraden hatten wir verloren, und mancher starb an den

    Folgen seiner schweren Verwundungen. unsere beiden Toten

    Lt. Wasmuth und Schütze Blöden hatten wir draussen lassen

    müssen. Eine ergreifende Feier fand auf dem Soldatenfriedhof


    Foto 96


    zur Beisetzung statt zu der auch Exellenz Freiherr von Marschall,

    der Kommandeur des Garde Reserve Korps., mit Stab,

    Generalmajor Tiede, der Divisionär und andere erschienen. Zuerst wurde

    die Trauerfeier für einen Offizier gehalten, dessen Leiche nach

    Deutschland überführt wurde, darauf für wohl 25 Kameraden.

    Im Anschluss daran wurden Auszeichnungen verteilt.

    Am nächsten Tag starb der gewehrführer von briesten Gewehrs am

    Granatloch an den Folgen seiner Knieverwundung. Die 3 M.G.K. erschienen

    durch Versehen zu spät zur Beisetzung, auf die Bitte des Lt. Stöltizg am

    Grabe eine Gedächtnisrede zu halten, sagte der kathl. Geistliche

    mit den Worten: "Na da machen wirs noch mal" in wenig passender


  • December 24, 2016 13:33:32 Corinna Pichler (AUT)

    S. 192

    bei R.I.R. 64 in Stellung verbracht. Dennoch waren die Verluste

    wieder hoch. Die M.G. Kompagniere verloren, ausser der gesamten

    Bedienung des Gewehrs (2 Mann t) im Granatloch, unter anderen: Lt.

    Wasmuth (früher 2. M.G.K.) und Schütze Blödorn 2 M.G. Ersterer fiel durch

    Kopfschuss als er im Begriff war eine Handgranate zu schleudern,

    letzterer druch die Explsion dieser, ferner noch 8 Verwundete.

    Den letzten Tag in Stellung verbrachten wir in einem geräumigen

    Unterstand in Grevillers Riegel. Dieser war nun das Ziel der

    engl. schweren Artillerie, welche sehr verstärkt worden warm

    da die leichtere, wahrscheinlich noch nicht durch den Morast

    der aufgegebenen vordesten Stellung hindurch war. Somit

    "brasten" sie nunmehr als ausgebieg, die äusserst fest

    ausgebaute Stellung, und legten sie langsam in Trümmer.

    Mancher Unterstand brach unter den mächtigen Keulenschlägen

    der engl. Schiffsgeschütze zusammen. So fand eine ganze Gruppe

    9 Mann, den Tod, unter den zusammenbrechenden Trümmern

    eines Stollens mit 2 Ausgängen. Rettungsarbeit war bei diesem

    Feuer unmöglich. Die mannstiefen Gräben verflachten immer

    mehr, so das man stellenweise kaum noch kniend Schutz fand.

    Wir empfingen reichlich Schnaps und liesses es uns dabei gut

    sein. Bei einem plötzlichen Alarm (blind) steckte ich gerade

    den Kopf über Dekcung, als 1 mtr. neben mir auf die

    Schutzwehr eine Granate niederging, so dass ich mit Erdschollen

    förmlich bedeckt wurde.

    Am 3.III. erfolgte Ablösung und wohlverdiente Ruhe.

    Traurige Pflichten hatten wir zu erfüllen, manchen lieben


    S. 193


  • December 24, 2016 13:26:17 Corinna Pichler (AUT)

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Heike Knothe
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