Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 1, item 38

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S. 59

Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde getrieben.

Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

Böschung. - Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor             26.VIII.16.

Marcoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Boucly. Hier

verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


S. 60

auf, zerstieben im Winde und verschwanden wieder, und immer

und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

      Müde und erhitzt erreichten wir Templeux la Fosse, ein

ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 1a

Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

Boucly nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

nach Marcoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Marcoing gelegen

ist.

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S. 59

Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde getrieben.

Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

Böschung. - Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor             26.VIII.16.

Marcoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Boucly. Hier

verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


S. 60

auf, zerstieben im Winde und verschwanden wieder, und immer

und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

      Müde und erhitzt erreichten wir Templeux la Fosse, ein

ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 1a

Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

Boucly nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

nach Marcoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Marcoing gelegen

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  • March 26, 2017 21:15:22 Rolf Kranz

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde getrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Böschung. - Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor             26.VIII.16.

    Marcoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Boucly. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstieben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

          Müde und erhitzt erreichten wir Templeux la Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 1a

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

    Boucly nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Marcoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Marcoing gelegen

    ist.

  • March 25, 2017 22:06:12 Rolf Kranz

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde getrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Böschung. - Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor             26.VIII.16.

    Marcoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Boucly. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstieben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux la Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 1a

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

    Boucly nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Marcoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Marcoing gelegen

    ist.


  • March 25, 2017 21:56:52 Rolf Kranz

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde getrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Böschung. - Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor             26.VIII.16.

    Marcoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Bouchy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstieben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux la Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 1a

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

    Bouchy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Marcoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Marcoing gelegen

    ist.


  • January 13, 2017 22:57:09 Rolf Kranz

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde getrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Böschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Mareoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Boucly. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

    Boucly nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Mareoing gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:36:16 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Mareoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Peronne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Boucly. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In  Tincourt

    Boucly nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Mareoing gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:34:29 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Mareoing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincourt

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareoing zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Mareoing gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:32:39 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Mareeing gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincourt

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Mareeing gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:32:23 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincourt

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den Schelde Kanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:32:01 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurück mussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincourt

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Dorten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um dem Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:30:18 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:30:06 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich ausschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandeur der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. Für uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:28:59 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fosse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:28:43 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommeschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templeux bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:27:39 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26.VIII.16] Erst am Morgen ging es weiter, wir hatten vor

    Marering gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Bapaume, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ersten Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Paketel und los gings bei

    glühendem Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templein bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:24:14 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungsfeuer so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templein bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 25, 2016 10:23:48 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front, der Sommeschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somme.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templein bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 19, 2016 14:15:51 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templein bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So äugten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof herum, und

    sahen den SchelchKanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 19, 2016 14:13:15 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Boudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templein bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Orte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Fincout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück - Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So einigten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof..., und

    sahen den ...Kanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 19, 2016 14:12:20 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Borudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.

    Müde und erhitzt erreichten wir Templein bei Fasse, ein

    ärmlich auschauendes Dorf, vor dessen Schlosstor ein Posten des 4. G.R.2.T.

    stand. Unter den hohen Bäumen des Parkes machten wir Rast,

    wenige Schritte vom Schloss entfernt. Unser Führer ging hinein

    um Meldung zu machen, und kam bald wieder, ebenso

    der Kommandier der hier liegenden 1. Garde Infanterie Division.

    S. kgl. Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preussen. FÜr uns war

    die Abfäütterung das zunächst Wichtigste und wurden mit 10

    Speckerbsen "königlich" bewirtet. Dann aber kam die Kehrseite, wir

    sollten ja zur 1. Garde Reserve Division und mussten weiter,

    natürlich lag diese ganz wo anders, und am Schlimmsten war es, dass

    wir denselben Weg zurückmussten, nochmals bei Hitze und

    Staub mit der ungewohnten Last des Tornisters. Im Oirte selbst

    war lebhafter Verkehr aber nur in Feldgrau. - In Finrout-

    Boudy nahm uns der selbe Zug wieder auf, und schaffte uns

    nach Mareenig zurück- Derten konnte uns niemand bestimmte

    Auskunft geben, wann wir in Richtung Bapaume

    weiterkönnten, Transportzüge mit Material und Kriegsgerät kämen

    mehrere jede Nacht, aber wann wisse der Himmel. So einigten

    wir ein wenig auf und um den Bahnhof..., und

    sahen den ...Kanal, an dessen Ufern Mareening gelegen

    ist.


  • December 19, 2016 12:23:36 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Borudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.


  • December 19, 2016 12:23:31 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Fincourt-Borudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes Bild sich uns zeigte, noch aus weiter Ferne.


  • December 19, 2016 12:22:58 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren. Wir folgten der ertsen Richtung und kamen

    bis zur Endstation für Transporte Tincourt-Borudy. Hier

    verliessen wir nun unser Quartier 3er Nächte und 2er Tage;

    packten all unsere Habseligkeiten zusammen, hingen unseren

    Affen über, schnappten unsere Pakete und los gings bei

    glühenden Sonnenschein. 5 Kilometer hatten wir

    zurückzulegen und staubig war die Strasse, von einem hochgelegenen

    Punkt konnten wir weit in die Ebene schauen, alles voller Rauch,

    Qualm und Staub, an verschiedenen Punkten besonders stark,

    hin und wieder stiegen ganz plötzlich mächtige Rauchsäulen


    S. 60

    auf, zerstuben im Winde und verschwanden wieder, und immer

    und immer das Drönen, gleichmässig trommelnd ab und zu

    durch einen tiefen Bass unterbrochen. Das war die Sommerschlacht,

    deren erstes


  • December 19, 2016 12:18:43 Corinna Pichler (AUT)

    S. 59

    Dach des Wagens, anderer folgten uns, von gleicher Neugierde betrieben.

    Unaufhörlich rollte der Donner, denn einem solchen klang es

    ähnlich, ein Gewitter fragten die Einen? Nein? was dann?

    Kanonendonner von der nahen Front der Somneschlacht, das

    war uns neu, das war der Willkommensgruss für uns, denn

    wir wussten, unser Truppenteil liegt auch irgendwo an der Somne.

    Den Donner konnten wir uns erklären, aber das ebenso immens

    währende Blitzen hoch am Himmel über den Wolkenwänden -

    was war das? Wetterleuchten? - Ja Wetterleuchten, aber die

    Geschütze, deren Mündungen so hell blitzte - Wo wir waren

    konnten wir nicht erfahren, jedenfalls lag unser Zug zwischen 2

    anderen irgendwo auf einem Bahnhof weit draussen, oder

    auf freier Strecke, denn an einer Seite sahen wir eine hohe

    Büschung. - [26. VIII. 16] erst am Morgen ging es weiter, wir hatten viel

    ... gelegen, hier teilte sich der Strang, links gehts

    nach Perenne rechts Rapaune, Namen die uns schon

    bekannt waren.


    S. 60


Description

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  • 50.121636||3.172462||

    Marcoing

  • 49.967504||3.024623||

    Templeux la Fosse

  • 49.938546||3.04269||

    Tincourt-Boucly,

  • 51.14917321173399||14.993941222412104||

    Görlitz

    ||1
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  • Story location Görlitz
  • Document location Marcoing
  • Additional document location Templeux la Fosse
  • Additional document location Tincourt-Boucly,
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ID
12796 / 168589
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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