Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 85

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Seitenzählung 75R

Nebel gefüllt u. als schmaler Landstrich sichtbar die

Frische Nehrung.

9 30 in Königsberg. Mit großem Wohlwollen wurden

wir von den Ostpreußen begrüßt, die sicher nie ver-

gessen werden, daß sie der Feldgraue aus den Klauen

des russ. Bären herausgehauen hat.

26. Juli 1917. morgens in Tilsit.

8 30 in Memel. Nach 3 Stationen gelangten wir

bei Bajohren auf russ. Gebiet, was man sofort er-

kennen konnte. Baj. hatte noch mit seinen Steinhäusern

Gartenanlagen u. Straßen ein nettes Aussehen,

während der 1 1/2 km von Baj. entfernt gelegene russ. Ort

auf den ersten Blick russ. Herrschaft erkennen ließ: Arm-

selige Holzbuden mit Strohdächern, Umzäunung von

losen Feldsteinen oder Knüppeln; aber prächtige

Kirchen (Zwiebelturm)

6h abends Verpflegung in Murajewo.

27. Juli 1917.

12 30 nachts in Mitau.

8h morgens in Dandsewass, wo die Staatsbahn

Seitenzählung 76

endete u. wir auf eine offne Feldbahn geladen wurden.

Die Fahrt ging bis 4h nachmittags, wie wir es uns nicht

hatten träumen lassen. Dreckig von oben bis unten

vom Kohlenstaub langten wir in Buschhof (13 km sdl.

von Jacobstadt) an. - Im Pastorat wurden meine

Mannschaften auf die Bttr.n des FAR 247 verteilt. Ich

kam zur 5 Bttr. (Ltn. Prohasel), die mich mit dem Wa-

gen abholen ließ. Wegen der ungeheuren Entfernungen

muß hier alles per Wagen oder Pferd gemacht werden.

So sauste ich denn durch Wald u. Wiese, mich in die

Stelle eines reichen Panje denkend, der F St 5/247 bei

Sambernjek zu, wo ich frdt. aufgenommen wurde.

Im Anschluß an die Brandenburger Zeit kam die

Sommerfrische in Rußland. (Blockhäuser in der F-St)

29. Juli 1917.

Einweisung des neuen Offz.s-Kasinos im Pastorat,

was von Hptm. Hirsch (aktiv) erbaut worden war.

30. Juli 1917.

Fußwanderung durch den Russ. Urwald bei Sambern-

jek.

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Seitenzählung 75R

Nebel gefüllt u. als schmaler Landstrich sichtbar die

Frische Nehrung.

9 30 in Königsberg. Mit großem Wohlwollen wurden

wir von den Ostpreußen begrüßt, die sicher nie ver-

gessen werden, daß sie der Feldgraue aus den Klauen

des russ. Bären herausgehauen hat.

26. Juli 1917. morgens in Tilsit.

8 30 in Memel. Nach 3 Stationen gelangten wir

bei Bajohren auf russ. Gebiet, was man sofort er-

kennen konnte. Baj. hatte noch mit seinen Steinhäusern

Gartenanlagen u. Straßen ein nettes Aussehen,

während der 1 1/2 km von Baj. entfernt gelegene russ. Ort

auf den ersten Blick russ. Herrschaft erkennen ließ: Arm-

selige Holzbuden mit Strohdächern, Umzäunung von

losen Feldsteinen oder Knüppeln; aber prächtige

Kirchen (Zwiebelturm)

6h abends Verpflegung in Murajewo.

27. Juli 1917.

12 30 nachts in Mitau.

8h morgens in Dandsewass, wo die Staatsbahn

Seitenzählung 76

endete u. wir auf eine offne Feldbahn geladen wurden.

Die Fahrt ging bis 4h nachmittags, wie wir es uns nicht

hatten träumen lassen. Dreckig von oben bis unten

vom Kohlenstaub langten wir in Buschhof (13 km sdl.

von Jacobstadt) an. - Im Pastorat wurden meine

Mannschaften auf die Bttr.n des FAR 247 verteilt. Ich

kam zur 5 Bttr. (Ltn. Prohasel), die mich mit dem Wa-

gen abholen ließ. Wegen der ungeheuren Entfernungen

muß hier alles per Wagen oder Pferd gemacht werden.

So sauste ich denn durch Wald u. Wiese, mich in die

Stelle eines reichen Panje denkend, der F St 5/247 bei

Sambernjek zu, wo ich frdt. aufgenommen wurde.

Im Anschluß an die Brandenburger Zeit kam die

Sommerfrische in Rußland. (Blockhäuser in der F-St)

29. Juli 1917.

Einweisung des neuen Offz.s-Kasinos im Pastorat,

was von Hptm. Hirsch (aktiv) erbaut worden war.

30. Juli 1917.

Fußwanderung durch den Russ. Urwald bei Sambern-

jek.


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  • January 1, 2020 15:22:39 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 75R

    Nebel gefüllt u. als schmaler Landstrich sichtbar die

    Frische Nehrung.

    9 30 in Königsberg. Mit großem Wohlwollen wurden

    wir von den Ostpreußen begrüßt, die sicher nie ver-

    gessen werden, daß sie der Feldgraue aus den Klauen

    des russ. Bären herausgehauen hat.

    26. Juli 1917. morgens in Tilsit.

    8 30 in Memel. Nach 3 Stationen gelangten wir

    bei Bajohren auf russ. Gebiet, was man sofort er-

    kennen konnte. Baj. hatte noch mit seinen Steinhäusern

    Gartenanlagen u. Straßen ein nettes Aussehen,

    während der 1 1/2 km von Baj. entfernt gelegene russ. Ort

    auf den ersten Blick russ. Herrschaft erkennen ließ: Arm-

    selige Holzbuden mit Strohdächern, Umzäunung von

    losen Feldsteinen oder Knüppeln; aber prächtige

    Kirchen (Zwiebelturm)

    6h abends Verpflegung in Murajewo.

    27. Juli 1917.

    12 30 nachts in Mitau.

    8h morgens in Dandsewass, wo die Staatsbahn

    Seitenzählung 76

    endete u. wir auf eine offne Feldbahn geladen wurden.

    Die Fahrt ging bis 4h nachmittags, wie wir es uns nicht

    hatten träumen lassen. Dreckig von oben bis unten

    vom Kohlenstaub langten wir in Buschhof (13 km sdl.

    von Jacobstadt) an. - Im Pastorat wurden meine

    Mannschaften auf die Bttr.n des FAR 247 verteilt. Ich

    kam zur 5 Bttr. (Ltn. Prohasel), die mich mit dem Wa-

    gen abholen ließ. Wegen der ungeheuren Entfernungen

    muß hier alles per Wagen oder Pferd gemacht werden.

    So sauste ich denn durch Wald u. Wiese, mich in die

    Stelle eines reichen Panje denkend, der F St 5/247 bei

    Sambernjek zu, wo ich frdt. aufgenommen wurde.

    Im Anschluß an die Brandenburger Zeit kam die

    Sommerfrische in Rußland. (Blockhäuser in der F-St)

    29. Juli 1917.

    Einweisung des neuen Offz.s-Kasinos im Pastorat,

    was von Hptm. Hirsch (aktiv) erbaut worden war.

    30. Juli 1917.

    Fußwanderung durch den Russ. Urwald bei Sambern-

    jek.


  • January 1, 2020 15:20:30 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 75R

    Nebel gefüllt u. als schmaler Landstrich sichtbar die

    Frische Nehrung.

    9 30 in Königsberg. Mit großem Wohlwollen wurden

    wir von den Ostpreußen begrüßt, die sicher nie ver-

    gessen werden, daß sie der Feldgraue aus den Klauen

    des russ. Bären herausgehauen hat.

    26. Juli 1917. morgens in Tilsit.

    8 30 in Memel. Nach 3 Stationen gelangten wir

    bei Bajohren auf russ. Gebiet, was man sofort er-

    kennen konnte. Baj. hatte noch mit seinen Steinhäusern

    Gartenanlagen u. Straßen ein nettes Aussehen,

    während der 1 1/2 km von Baj. entfernt gelegene russ. Ort

    auf den ersten Blick russ. Herrschaft erkennen ließ: Arm-

    selige Holzbuden mit Strohdächern, Umzäunung von

    losen Feldsteinen oder Knüppeln; aber prächtige

    Kirchen (Zwiebelturm)

    6h abends Verpflegung in Murajewo.

    27. Juli 1917.

    12 30 nachts in Mitau.

    8h morgens in Dandsewass, wo die Staatsbahn

    Seitenzählung 76

    endete u. wir auf eine offne Feldbahn geladen wurden.

    Die Fahrt ging bis 4h nachmittags, wie wir es uns nicht

    hatten träumen lassen. Dreckig von oben bis unten

    vom Kohlenstaub langten wir in Buschhof (13 km sdl.

    von Jacobstadt) an. - Im Pastorat wurden meine

    Mannschaften auf die Bttr.n des FAR 247 verteilt. Ich

    kam zur 5 Bttr. (Ltn. Prohasel), die mich mit dem Wa-

    gen abholen ließ. Wegen der ungeheuren Entfernungen

    muß hier alles per Wagen oder Pferd gemacht werden.

    So sauste ich denn durch Wald u. Wiese, mich in die

    Stelle eines reichen Panje denkend, der F St 5/247 bei

    Sambernjek zu, wo ich frdt. aufgenommen wurde.

    Im Anschluß an die Brandenburger Zeit kam die

    Sommerfrische in Rußland. (Blockhäuser in der F-St)

    29. Juli 1917.

    Einweisung des neuen Offz.s-Kasinos im Pastorat,

    was von Hptm. Hirsch (aktiv) erbaut worden war.

    30. Juli 1917.

    Fußwanderung durch den Russ. Urwald bei Sambern-

    jek.


Description

Save description
  • 54.7116095||20.46453||11||

    Kaliningrad (Königsberg)

  • 55.0764621||21.8799896||12||

    Tilsit

  • 55.7053404||21.1578925||11||

    Klaipėda (Memel)

  • 55.8799361||21.2349205||13||

    Kretinga (Bajohren)

  • 56.5005521||25.8783592||12||

    Jēkabpils (Jacobstadt)

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Kaliningrad (Königsberg)
  • Additional document location Tilsit
  • Additional document location Klaipėda (Memel)
  • Additional document location Kretinga (Bajohren)
  • Additional document location Jēkabpils (Jacobstadt)


ID
12595 / 144547
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


July 25, 1917 – July 30, 1917
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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