Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 83

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Seitenzählung 73R

an uns vorbeigefahren, daß er uns beinahe über-

fuhr, wir ihn aber doch noch unser Hurra ins Ge-

sicht schreien konnten. Wir standen ganz allein u

jubelten ihm zu, wofür er uns speziell dankte. Deutlich

konnte man das finstere, entschlossene, ernste, von Falten

durchfurchte Gesicht des Helden sehen, der für sein Vater-

land schon soviel geleistet hat.

16. Juli 1917.

Es kann die Ehre dieser Welt

Dir keine Ehre geben

Was dich in Wahrheit liebt u. hält

Muß in dir selber leben.

Wenn's deinem Innersten gebricht

An echten Stolzes Stütze,

Ob dann die Welt dir Beifall spricht

Ist all dir wenig nütze.

Das flücht'ge Lob des Tages Ruhm

Magst du dem Eitlen gönnen;

Das aber sei dein Heiligtum:

Vor dir bestehen können.

Seitenzählung 74

In diesen Tagen geht mein Kommando in Branden-

burg, das mir eines der angenehmsten Zeiten

der Kriegsjahre ist, zu Ende. Aus dem Kessel des Todes,

zu welchem die Front bei Lens, wo mein Regim.

stand, kurze Zeit nach meinem Abgange nach

Straßburg wurde, glücklich entwischt, genoß ich alle

Freuden der Sommer- und Havelzeit in Brandenburg

u. daheim. Ob meines Glückes wurde ich von dem

ganzen alten Regiment beneidet. - Nun ruft die

Pflicht wieder. Meine In-Marsch-Setzung wird

in den nächsten Tagen erfolgen, aber wieder in

der Gunst des Glücks; denn jetzt geht's an die Ost-

front, wo es, Gott sei's gedankt, ruhig hergeht.

23. Juli 1917.

Sehr wurde ich vom Glück begünstigt. Durch die

Verschiebung meines Abtransportes, hatte ich Ge-

legenheit, nochmal nach Hause zu fahren. Es war

wieder so schön u. man fühlte sich wieder so heimisch,

mollig u. geborgen, daß es mir schwer wurde

mich schon wieder am Sonntag zu trennen. -

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Seitenzählung 73R

an uns vorbeigefahren, daß er uns beinahe über-

fuhr, wir ihn aber doch noch unser Hurra ins Ge-

sicht schreien konnten. Wir standen ganz allein u

jubelten ihm zu, wofür er uns speziell dankte. Deutlich

konnte man das finstere, entschlossene, ernste, von Falten

durchfurchte Gesicht des Helden sehen, der für sein Vater-

land schon soviel geleistet hat.

16. Juli 1917.

Es kann die Ehre dieser Welt

Dir keine Ehre geben

Was dich in Wahrheit liebt u. hält

Muß in dir selber leben.

Wenn's deinem Innersten gebricht

An echten Stolzes Stütze,

Ob dann die Welt dir Beifall spricht

Ist all dir wenig nütze.

Das flücht'ge Lob des Tages Ruhm

Magst du dem Eitlen gönnen;

Das aber sei dein Heiligtum:

Vor dir bestehen können.

Seitenzählung 74

In diesen Tagen geht mein Kommando in Branden-

burg, das mir eines der angenehmsten Zeiten

der Kriegsjahre ist, zu Ende. Aus dem Kessel des Todes,

zu welchem die Front bei Lens, wo mein Regim.

stand, kurze Zeit nach meinem Abgange nach

Straßburg wurde, glücklich entwischt, genoß ich alle

Freuden der Sommer- und Havelzeit in Brandenburg

u. daheim. Ob meines Glückes wurde ich von dem

ganzen alten Regiment beneidet. - Nun ruft die

Pflicht wieder. Meine In-Marsch-Setzung wird

in den nächsten Tagen erfolgen, aber wieder in

der Gunst des Glücks; denn jetzt geht's an die Ost-

front, wo es, Gott sei's gedankt, ruhig hergeht.

23. Juli 1917.

Sehr wurde ich vom Glück begünstigt. Durch die

Verschiebung meines Abtransportes, hatte ich Ge-

legenheit, nochmal nach Hause zu fahren. Es war

wieder so schön u. man fühlte sich wieder so heimisch,

mollig u. geborgen, daß es mir schwer wurde

mich schon wieder am Sonntag zu trennen. -


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  • January 1, 2020 12:46:09 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 73R

    an uns vorbeigefahren, daß er uns beinahe über-

    fuhr, wir ihn aber doch noch unser Hurra ins Ge-

    sicht schreien konnten. Wir standen ganz allein u

    jubelten ihm zu, wofür er uns speziell dankte. Deutlich

    konnte man das finstere, entschlossene, ernste, von Falten

    durchfurchte Gesicht des Helden sehen, der für sein Vater-

    land schon soviel geleistet hat.

    16. Juli 1917.

    Es kann die Ehre dieser Welt

    Dir keine Ehre geben

    Was dich in Wahrheit liebt u. hält

    Muß in dir selber leben.

    Wenn's deinem Innersten gebricht

    An echten Stolzes Stütze,

    Ob dann die Welt dir Beifall spricht

    Ist all dir wenig nütze.

    Das flücht'ge Lob des Tages Ruhm

    Magst du dem Eitlen gönnen;

    Das aber sei dein Heiligtum:

    Vor dir bestehen können.

    Seitenzählung 74

    In diesen Tagen geht mein Kommando in Branden-

    burg, das mir eines der angenehmsten Zeiten

    der Kriegsjahre ist, zu Ende. Aus dem Kessel des Todes,

    zu welchem die Front bei Lens, wo mein Regim.

    stand, kurze Zeit nach meinem Abgange nach

    Straßburg wurde, glücklich entwischt, genoß ich alle

    Freuden der Sommer- und Havelzeit in Brandenburg

    u. daheim. Ob meines Glückes wurde ich von dem

    ganzen alten Regiment beneidet. - Nun ruft die

    Pflicht wieder. Meine In-Marsch-Setzung wird

    in den nächsten Tagen erfolgen, aber wieder in

    der Gunst des Glücks; denn jetzt geht's an die Ost-

    front, wo es, Gott sei's gedankt, ruhig hergeht.

    23. Juli 1917.

    Sehr wurde ich vom Glück begünstigt. Durch die

    Verschiebung meines Abtransportes, hatte ich Ge-

    legenheit, nochmal nach Hause zu fahren. Es war

    wieder so schön u. man fühlte sich wieder so heimisch,

    mollig u. geborgen, daß es mir schwer wurde

    mich schon wieder am Sonntag zu trennen. -


Description

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  • 52.5068441||13.4247317||10||

    Berlin

  • 52.4266773||12.5435391||11||

    Brandenburg an der Havel

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Berlin
  • Additional document location Brandenburg an der Havel


ID
12595 / 144545
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


July 16, 1917 – July 23, 1917
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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