Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 72

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Seitenzählung 63R

Andenken: Ein Schnapsbecherchen mit einem Lorbeer-

zweig u. dem Quentiner Stadtwappen.

23. Februar 1917.

Mit Dogiart in Feuerstellung.

28. Februar 1917. Zur 4/112 versetzt.

Lange schon wurde von einem Rückzug ge-

sprochen u. langsam vorbereitet. Jede Straßen-

kreuzung unterminiert. Unbewohnte Häuser

niedergerissen, Brücken zur Sprengung vorbe-

reitet. Überflüssige Brunnen mit Kalk u. Mist

ausgefüllt. F-St u. B-St wurden genau erwogen.

13. März 1917.

Endlich war der Rückzug zur Ausführung gereift.

Nachdem alles zertrümmert u. zum Teil in die

Luft gesprengt war, rückten wir abends ab.

8 30 - 10h abends war ich Straßenpoliz. an der

Wegegabel Peronne-Bussu - Mont St Quentin.

Dann folgte ich meiner Batterie, die östl. von

Le Mesnil Stellung bezog, die von uns vorbereitet

worden war.

Seitenzählung 64

14. März 1917.

Mittags ging ich auf B-St., wo ich garnichts zu tun

fand, da der Engländer es nicht gewagt hatte, unserer

Infanterie zu folgen. Er glaubte immer noch in

eine Falle zu gehen.

15. März 1917.

Abends kehrte ich zur F St zurück, wo wir mit

großer Freude erfuhren, daß in Petersburg u.

Moskau die Revolution ausgebrochen sei. Hof-

fentlich greift sie auf das Land über u. beschleu-

nigt dadurch den Friedensschluß.

16. März 1917.

Auch heute hatte der Feind noch keine Ahnung

von unserm Rückzug.

17. März 1917.

Am Morgen 5h machten die Engländer einen

heftigen Angriff, da ihnen durch Überläufer

der Rückzug der letzten Posten übermittelt wor-

den war. Er wagte sich aber nur bis in den

3. Graben. Sämtliche Somme-Stege wurden

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Seitenzählung 63R

Andenken: Ein Schnapsbecherchen mit einem Lorbeer-

zweig u. dem Quentiner Stadtwappen.

23. Februar 1917.

Mit Dogiart in Feuerstellung.

28. Februar 1917. Zur 4/112 versetzt.

Lange schon wurde von einem Rückzug ge-

sprochen u. langsam vorbereitet. Jede Straßen-

kreuzung unterminiert. Unbewohnte Häuser

niedergerissen, Brücken zur Sprengung vorbe-

reitet. Überflüssige Brunnen mit Kalk u. Mist

ausgefüllt. F-St u. B-St wurden genau erwogen.

13. März 1917.

Endlich war der Rückzug zur Ausführung gereift.

Nachdem alles zertrümmert u. zum Teil in die

Luft gesprengt war, rückten wir abends ab.

8 30 - 10h abends war ich Straßenpoliz. an der

Wegegabel Peronne-Bussu - Mont St Quentin.

Dann folgte ich meiner Batterie, die östl. von

Le Mesnil Stellung bezog, die von uns vorbereitet

worden war.

Seitenzählung 64

14. März 1917.

Mittags ging ich auf B-St., wo ich garnichts zu tun

fand, da der Engländer es nicht gewagt hatte, unserer

Infanterie zu folgen. Er glaubte immer noch in

eine Falle zu gehen.

15. März 1917.

Abends kehrte ich zur F St zurück, wo wir mit

großer Freude erfuhren, daß in Petersburg u.

Moskau die Revolution ausgebrochen sei. Hof-

fentlich greift sie auf das Land über u. beschleu-

nigt dadurch den Friedensschluß.

16. März 1917.

Auch heute hatte der Feind noch keine Ahnung

von unserm Rückzug.

17. März 1917.

Am Morgen 5h machten die Engländer einen

heftigen Angriff, da ihnen durch Überläufer

der Rückzug der letzten Posten übermittelt wor-

den war. Er wagte sich aber nur bis in den

3. Graben. Sämtliche Somme-Stege wurden


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  • January 1, 2020 13:39:02 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 63R

    Andenken: Ein Schnapsbecherchen mit einem Lorbeer-

    zweig u. dem Quentiner Stadtwappen.

    23. Februar 1917.

    Mit Dogiart in Feuerstellung.

    28. Februar 1917. Zur 4/112 versetzt.

    Lange schon wurde von einem Rückzug ge-

    sprochen u. langsam vorbereitet. Jede Straßen-

    kreuzung unterminiert. Unbewohnte Häuser

    niedergerissen, Brücken zur Sprengung vorbe-

    reitet. Überflüssige Brunnen mit Kalk u. Mist

    ausgefüllt. F-St u. B-St wurden genau erwogen.

    13. März 1917.

    Endlich war der Rückzug zur Ausführung gereift.

    Nachdem alles zertrümmert u. zum Teil in die

    Luft gesprengt war, rückten wir abends ab.

    8 30 - 10h abends war ich Straßenpoliz. an der

    Wegegabel Peronne-Bussu - Mont St Quentin.

    Dann folgte ich meiner Batterie, die östl. von

    Le Mesnil Stellung bezog, die von uns vorbereitet

    worden war.

    Seitenzählung 64

    14. März 1917.

    Mittags ging ich auf B-St., wo ich garnichts zu tun

    fand, da der Engländer es nicht gewagt hatte, unserer

    Infanterie zu folgen. Er glaubte immer noch in

    eine Falle zu gehen.

    15. März 1917.

    Abends kehrte ich zur F St zurück, wo wir mit

    großer Freude erfuhren, daß in Petersburg u.

    Moskau die Revolution ausgebrochen sei. Hof-

    fentlich greift sie auf das Land über u. beschleu-

    nigt dadurch den Friedensschluß.

    16. März 1917.

    Auch heute hatte der Feind noch keine Ahnung

    von unserm Rückzug.

    17. März 1917.

    Am Morgen 5h machten die Engländer einen

    heftigen Angriff, da ihnen durch Überläufer

    der Rückzug der letzten Posten übermittelt wor-

    den war. Er wagte sich aber nur bis in den

    3. Graben. Sämtliche Somme-Stege wurden


  • December 31, 2019 11:44:12 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 63R

    Andenken: Ein Schnapsbecherchen mit einem Lorbeer-

    zweig u. dem Quentiner Stadtwappen.

    23. Februar 1917.

    Mit Dogiart in Feuerstellung.

    28. Februar 1917. Zur 4/112 versetzt.

    Lange schon wurde von einem Rückzug ge-

    sprochen u. langsam vorbereitet. Jede Straßen-

    kreuzung unterminiert. Unbewohnte Häuser

    niedergerissen, Brücken zur Sprengung vorbe-

    reitet. Überflüssige Brunnen mit Kalk u. Mist

    ausgefüllt. F-St u. B-St wurden genau erwogen.

    13. März 1917.

    Endlich war der Rückzug zur Ausführung gereift.

    Nachdem alles zertrümmert u. zum Teil in die

    Luft gesprengt war, rückten wir abends ab.

    8 30 - 10h abends war ich Straßenpoliz. an der

    Wegegabel Peronne-Bussu - Mont St Quentin.

    Dann folgte ich meiner Batterie, die östl. von

    Le Mesnil Stellung bezog, die von uns vorbereitet

    worden war.

    Seitenzählung 64

    14. März 1917.

    Mittags ging ich auf B-St., wo ich garnichts zu tun

    fand, da der Engländer es nicht gewagt hatte, unserer

    Infanterie zu folgen. Er glaubte immer noch in

    eine Falle zu gehen.

    15. März 1917.

    Abends kehrte ich zur F St zurück, wo wir mit

    großer Freude erfuhren, daß in Petersburg u.

    Moskaub die Revolution ausgebrochen sei. Hof-

    fentlich greift sie auf das Land über u. beschleu-

    nigt dadurch den Friedensschluß.

    16. März 1917.

    Auch heute hatte der Feind noch keine Ahnung

    von unserm Rückzug.

    17. März 1917.

    Am Morgen 5h machten die Engländer einen

    heftigen Angriff, da ihnen durch Überläufer

    der Rückzug der letzten Posten übermittelt wor-

    den war. Er wagte sich aber nur bis in den

    3. Graben. Sämtliche Somme-Stege wurden


Description

Save description
  • 49.8476335||2.193477||8||

    Saint-Quentin

  • 49.9455794||2.934268||14||

    Mont Saint-Quentin

  • 49.9261981||2.925867||13||

    Péronne

  • 49.9473239||2.9777865||14||

    Bussu

  • 48.9404185||4.018254||13||

    Le Mesnil-sur-Oger

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Saint-Quentin
  • Additional document location Mont Saint-Quentin
  • Additional document location Péronne
  • Additional document location Bussu
  • Additional document location Le Mesnil-sur-Oger


ID
12595 / 144534
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


February 20, 1917 – March 17, 1917
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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