Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 60

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Seitenzählung 51R

ihn los sein wollte. Gespannt lugten wir über die

Brüstung, als sich plötzlich ein unterirdisches Gewitter

hören ließ, wie wenn ungeheure Erdmassen von

Riesenhand durcheinander gekollert wurden. Nach

oben machten sich die Gase Luft u. wir sahen sich

eine gewaltige Erdkuppe heben, die plötzlich aus-

einander flog u. Feuer, Rauchwolken u. Erd-

massen von sich spie. Der Engländer beruhigte sich

bald über das deutsche Feuerwerk. Das zweite Mal

waren die Pioniere in einem Stollen, wo sie vor

den Engländern u. die Engländer vor ihnen, da

man kein Pochen mehr vernahm, auf einen engl.

Stollen gestoßen, der von uns wieder verram-

melt wurde u. gequetscht werden sollte. Bei

dieser Aktion müssen wir mehrere Mannschafts-

stollen mit eingedrückt haben, was wir an

der ungeheuern Verwirrungen u. Kommandos

im engl. Graben erkannten. Durch den angst-

vollen Leiter der Aktion, der den Lauf der

Dinge im Stollen abwartete u. es nicht für

Seitenzählung 52

nötig hielt, sich die Situation selber anzusehen, kamen

mehrere tapfer Infanteristen, die Befehl hatten den

Trichter zu besetzen, ums Leben. Die Engländer

glaubten an einen Angriff unsererseits u

setzten Artillerie- u Inf. feuer an, was ebenso

von uns beantwortet wurde. Auf dem Kirchhofe von

Givenchy hatte sich die Infanterie in den Erbbegräbnissen niedergelassen.

14. August 1916.

Am Morgen wurde ich abgelöst u. ritt sofort für

2 Tage in Ruhe nach Beaumont, wo ich mich sehr

amüsiert habe.

23. August 1916.

Abrücken aus der F-St. Ich blieb mit einem

Kanonier noch einen Tag, um die Stellung zu

übergeben. Zu Fuß begaben wir uns dann nach

Douai, wo wir eine Nacht blieben.

24. August 1916.

Per Bahn nach Cambrai u. Epehy. Den

Rest der Fahrt auf einer Lore mit Stollenbrettern

bis Ytres. In Fins lag unsere Bttr., die wir

abends erreichten. Nachtmarsch bis in einen

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Seitenzählung 51R

ihn los sein wollte. Gespannt lugten wir über die

Brüstung, als sich plötzlich ein unterirdisches Gewitter

hören ließ, wie wenn ungeheure Erdmassen von

Riesenhand durcheinander gekollert wurden. Nach

oben machten sich die Gase Luft u. wir sahen sich

eine gewaltige Erdkuppe heben, die plötzlich aus-

einander flog u. Feuer, Rauchwolken u. Erd-

massen von sich spie. Der Engländer beruhigte sich

bald über das deutsche Feuerwerk. Das zweite Mal

waren die Pioniere in einem Stollen, wo sie vor

den Engländern u. die Engländer vor ihnen, da

man kein Pochen mehr vernahm, auf einen engl.

Stollen gestoßen, der von uns wieder verram-

melt wurde u. gequetscht werden sollte. Bei

dieser Aktion müssen wir mehrere Mannschafts-

stollen mit eingedrückt haben, was wir an

der ungeheuern Verwirrungen u. Kommandos

im engl. Graben erkannten. Durch den angst-

vollen Leiter der Aktion, der den Lauf der

Dinge im Stollen abwartete u. es nicht für

Seitenzählung 52

nötig hielt, sich die Situation selber anzusehen, kamen

mehrere tapfer Infanteristen, die Befehl hatten den

Trichter zu besetzen, ums Leben. Die Engländer

glaubten an einen Angriff unsererseits u

setzten Artillerie- u Inf. feuer an, was ebenso

von uns beantwortet wurde. Auf dem Kirchhofe von

Givenchy hatte sich die Infanterie in den Erbbegräbnissen niedergelassen.

14. August 1916.

Am Morgen wurde ich abgelöst u. ritt sofort für

2 Tage in Ruhe nach Beaumont, wo ich mich sehr

amüsiert habe.

23. August 1916.

Abrücken aus der F-St. Ich blieb mit einem

Kanonier noch einen Tag, um die Stellung zu

übergeben. Zu Fuß begaben wir uns dann nach

Douai, wo wir eine Nacht blieben.

24. August 1916.

Per Bahn nach Cambrai u. Epehy. Den

Rest der Fahrt auf einer Lore mit Stollenbrettern

bis Ytres. In Fins lag unsere Bttr., die wir

abends erreichten. Nachtmarsch bis in einen


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  • December 29, 2019 19:26:00 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 51R

    ihn los sein wollte. Gespannt lugten wir über die

    Brüstung, als sich plötzlich ein unterirdisches Gewitter

    hören ließ, wie wenn ungeheure Erdmassen von

    Riesenhand durcheinander gekollert wurden. Nach

    oben machten sich die Gase Luft u. wir sahen sich

    eine gewaltige Erdkuppe heben, die plötzlich aus-

    einander flog u. Feuer, Rauchwolken u. Erd-

    massen von sich spie. Der Engländer beruhigte sich

    bald über das deutsche Feuerwerk. Das zweite Mal

    waren die Pioniere in einem Stollen, wo sie vor

    den Engländern u. die Engländer vor ihnen, da

    man kein Pochen mehr vernahm, auf einen engl.

    Stollen gestoßen, der von uns wieder verram-

    melt wurde u. gequetscht werden sollte. Bei

    dieser Aktion müssen wir mehrere Mannschafts-

    stollen mit eingedrückt haben, was wir an

    der ungeheuern Verwirrungen u. Kommandos

    im engl. Graben erkannten. Durch den angst-

    vollen Leiter der Aktion, der den Lauf der

    Dinge im Stollen abwartete u. es nicht für

    Seitenzählung 52

    nötig hielt, sich die Situation selber anzusehen, kamen

    mehrere tapfer Infanteristen, die Befehl hatten den

    Trichter zu besetzen, ums Leben. Die Engländer

    glaubten an einen Angriff unsererseits u

    setzten Artillerie- u Inf. feuer an, was ebenso

    von uns beantwortet wurde. Auf dem Kirchhofe von

    Givenchy hatte sich die Infanterie in den Erbbegräbnissen niedergelassen.

    14. August 1916.

    Am Morgen wurde ich abgelöst u. ritt sofort für

    2 Tage in Ruhe nach Beaumont, wo ich mich sehr

    amüsiert habe.

    23. August 1916.

    Abrücken aus der F-St. Ich blieb mit einem

    Kanonier noch einen Tag, um die Stellung zu

    übergeben. Zu Fuß begaben wir uns dann nach

    Douai, wo wir eine Nacht blieben.

    24. August 1916.

    Per Bahn nach Cambrai u. Epehy. Den

    Rest der Fahrt auf einer Lore mit Stollenbrettern

    bis Ytres. In Fins lag unsere Bttr., die wir

    abends erreichten. Nachtmarsch bis in einen


  • December 29, 2019 15:18:28 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 51R

    ihn los sein wollte. Gespannt lugten wir über die

    Brüstung, als sich plötzlich ein unterirdisches Gewitter

    hören ließ, wie wenn ungeheure Erdmassen von

    Riesenhand durcheinander gekollert wurden. Nach

    oben machten sich die Gase Luft u. wir sahen sich

    eine gewaltige Erdkuppe heben, die plötzlich aus-

    einander flog u. Feuer, Rauchwolken u. Erd-

    massen von sich spie. Der Engländer beruhigte sich

    bald über das deutsche Feuerwerk. Das zweite Mal

    waren die Pioniere in einem Stollen, wo sie vor

    den Engländern u. die Engländer vor ihnen, da

    man kein Pochen mehr vernahm, auf einen engl.

    Stollen gestoßen, der von uns wieder verram-

    melt wurde u. gequetscht werden sollte. Bei

    dieser Aktion müssen wir mehrere Mannschafts-

    stollen mit eingedrückt haben, was wir an

    der ungeheuern Verwirrungen u. Kommandos

    im engl. Graben erkannten. Durch den angst-

    vollen Leiter der Aktion, der den Lauf der

    Dinge im Stollen abwartete u. es nicht für

    Seitenzählung 52

    nötig hielt, sich die Situation selber anzusehen, kamen

    mehrere tapfer Infanteristen, die Befehl hatten den

    Trichter zu besetzen, ums Leben. Die Engländer

    glaubten an einen Angriff unsererseits u

    setzten Artillerie- u Inf. feuer an, was ebenso

    von uns beantwortet wurde. Auf dem Kirchhofe von

    Givenchy hatte sich die Infanterie in den Erbbegräbnissen niedergelassen.

    14. August 1916.

    Am Morgen wurde ich abgelöst u. ritt sofort für

    2 Tage in Ruhe nach Beaumont, wo ich mich sehr

    amüsiert habe.

    23. August 1916.

    Abrücken aus der F-St. Ich blieb mit einem

    Kanonier noch einen Tag, um die Stellung zu

    übergeben. Zu Fuß begaben wir uns dann nach

    Douai, wo wir eine Nacht blieben.

    24. August 1916.

    Per Bahn nach Cambrai u. Epehy. Den

    Rest der Fahrt auf einer Lore mit Stollenbrettern

    bis Ytres. In Fins lag unsere Bttr., die wir

    abends erreichten. Nachtmarsch bis in einen


Description

Save description
  • 50.3916166||2.7786351||14||

    Givenchy

  • 49.5014261||5.0303556||10||

    Beaumont

  • 50.3799005||3.1004465||13||

    Douai

  • 50.1699859||3.2412805||9||

    Cambrai

  • 50.006443||3.1338784||13||

    Épehy

  • 50.0636236||2.995695||14||

    Ytres

  • 50.0375806||3.0452674||13||

    Fins

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Givenchy
  • Additional document location Beaumont
  • Additional document location Douai
  • Additional document location Cambrai
  • Additional document location Épehy
  • Additional document location Ytres
  • Additional document location Fins


ID
12595 / 144521
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


August 9, 1916 – August 24, 1916
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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