Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 47

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Seitenzählung 38R

Zeichnung

Toter Turko vor unserer B.-St.

22/I 16

19. - 25. Januar

7 Tage im Schützengraben als Artilleriehilfs-

beobachter mit Ltn. Lange. Abends wurden die

Sachen gepackt u. am Morgen 7h machten wir

uns bei starkem Nebel auf den Weg. Auf den

Höhen ging die Passage, aber im Tale war's

fürchterlich. Auf der Straße Ripont-Rouvroy

spritzte uns der Schlamm bis in den Nacken u.

auf den Wiesen ließen wir beinah unsere Stiefel

stecken. Je näher wir an die Schützengräben

kamen, umso grundloser wurde es. Beim

3. Btll. trafen wir den abzulösenden Herren,

der uns unsern Abschnitt zeigte, dabei sahen wir

über die Brüstung weg die gefallenen Turkos

vom September vorigen Jahres, die zu beerdigen

die Franzosen nicht für nötig hielten. Wir

Seitenzählung 39

schlängelten uns weiter, bis wir am Ende des

Kampfgrabens angelangt waren. Dann mußten

wir umkehren, da die Verbindung zwischen alten

u. neuen Gräben fehlte. Diese herzustellen hat

der Infanterie große Arbeit gemacht, da gerade

die Stelle mit Artillerie- u. Minenfeuer belegt

war. So zogen wir uns in der alten Richtung

zurück u. besetzten unser angewiesenes Heim,

wo wir frühstückten. Nachmittags begaben wir

uns in den Kampfgraben, wo wir einen

äußerst festen Betonstand als Bebachtung

hatten. Wir stellten das Scherenfernrohr am

Ausguck aus, aber kaum stand dasselbe, als

wir ein fürchterliches Feuer bekamen, das erst

nachließ, als wir unser Fernrohr wieder

einzogen. Die B-St war den Frz nämlich noch

vom vergangenen Jahre aus den Herbstkäm-

pfen bekannt, wo sie selbst in demselben

Graben gewesen waren u. ein Scherenfernrohr

mitgenommen hatten. Seitdem wird der

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Seitenzählung 38R

Zeichnung

Toter Turko vor unserer B.-St.

22/I 16

19. - 25. Januar

7 Tage im Schützengraben als Artilleriehilfs-

beobachter mit Ltn. Lange. Abends wurden die

Sachen gepackt u. am Morgen 7h machten wir

uns bei starkem Nebel auf den Weg. Auf den

Höhen ging die Passage, aber im Tale war's

fürchterlich. Auf der Straße Ripont-Rouvroy

spritzte uns der Schlamm bis in den Nacken u.

auf den Wiesen ließen wir beinah unsere Stiefel

stecken. Je näher wir an die Schützengräben

kamen, umso grundloser wurde es. Beim

3. Btll. trafen wir den abzulösenden Herren,

der uns unsern Abschnitt zeigte, dabei sahen wir

über die Brüstung weg die gefallenen Turkos

vom September vorigen Jahres, die zu beerdigen

die Franzosen nicht für nötig hielten. Wir

Seitenzählung 39

schlängelten uns weiter, bis wir am Ende des

Kampfgrabens angelangt waren. Dann mußten

wir umkehren, da die Verbindung zwischen alten

u. neuen Gräben fehlte. Diese herzustellen hat

der Infanterie große Arbeit gemacht, da gerade

die Stelle mit Artillerie- u. Minenfeuer belegt

war. So zogen wir uns in der alten Richtung

zurück u. besetzten unser angewiesenes Heim,

wo wir frühstückten. Nachmittags begaben wir

uns in den Kampfgraben, wo wir einen

äußerst festen Betonstand als Bebachtung

hatten. Wir stellten das Scherenfernrohr am

Ausguck aus, aber kaum stand dasselbe, als

wir ein fürchterliches Feuer bekamen, das erst

nachließ, als wir unser Fernrohr wieder

einzogen. Die B-St war den Frz nämlich noch

vom vergangenen Jahre aus den Herbstkäm-

pfen bekannt, wo sie selbst in demselben

Graben gewesen waren u. ein Scherenfernrohr

mitgenommen hatten. Seitdem wird der


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  • December 27, 2019 17:43:59 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 38R

    Zeichnung

    Toter Turko vor unserer B.-St.

    22/I 16

    19. - 25. Januar

    7 Tage im Schützengraben als Artilleriehilfs-

    beobachter mit Ltn. Lange. Abends wurden die

    Sachen gepackt u. am Morgen 7h machten wir

    uns bei starkem Nebel auf den Weg. Auf den

    Höhen ging die Passage, aber im Tale war's

    fürchterlich. Auf der Straße Ripont-Rouvroy

    spritzte uns der Schlamm bis in den Nacken u.

    auf den Wiesen ließen wir beinah unsere Stiefel

    stecken. Je näher wir an die Schützengräben

    kamen, umso grundloser wurde es. Beim

    3. Btll. trafen wir den abzulösenden Herren,

    der uns unsern Abschnitt zeigte, dabei sahen wir

    über die Brüstung weg die gefallenen Turkos

    vom September vorigen Jahres, die zu beerdigen

    die Franzosen nicht für nötig hielten. Wir

    Seitenzählung 39

    schlängelten uns weiter, bis wir am Ende des

    Kampfgrabens angelangt waren. Dann mußten

    wir umkehren, da die Verbindung zwischen alten

    u. neuen Gräben fehlte. Diese herzustellen hat

    der Infanterie große Arbeit gemacht, da gerade

    die Stelle mit Artillerie- u. Minenfeuer belegt

    war. So zogen wir uns in der alten Richtung

    zurück u. besetzten unser angewiesenes Heim,

    wo wir frühstückten. Nachmittags begaben wir

    uns in den Kampfgraben, wo wir einen

    äußerst festen Betonstand als Bebachtung

    hatten. Wir stellten das Scherenfernrohr am

    Ausguck aus, aber kaum stand dasselbe, als

    wir ein fürchterliches Feuer bekamen, das erst

    nachließ, als wir unser Fernrohr wieder

    einzogen. Die B-St war den Frz nämlich noch

    vom vergangenen Jahre aus den Herbstkäm-

    pfen bekannt, wo sie selbst in demselben

    Graben gewesen waren u. ein Scherenfernrohr

    mitgenommen hatten. Seitdem wird der


Description

Save description
  • 49.2211516||4.7050755||13||

    Rouvroy-Ripont

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Rouvroy-Ripont


ID
12595 / 144504
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


January 19, 1916 – January 25, 1916
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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