Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 45

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Seitenzählung 36R

plötzlich ein Höllenlärm rechts von uns, der mehrere

Stunden anhielt. Höhe 193 westl. von Tahure war

vom 9. Korps erobert.

9. Dezember 1915.

Heute erfuhr ich, daß mein Urlaub wieder ein-

mal festgesetzt ist u. zwar auf den 22. Dez. O,

welch' ein Glück, zu Weihachten daheim sein zu

können bei Muttern in der warmen Stube.

Wenn es nur alle so haben könnten.

21. Dezember 1915.

Endlich war der Urlaub nach langem bangem

Warten herangekommen. Es paßte großartig,

daß ich gerade zu Weihnachten zu Hause sein

durfte, eine gute Entschädigung für meinen

damaligen Urlaub. Früh 8h ging's mit dem

Postwagen in die Protzenstellung u. dort war-

teten wir in Ungeduld auf unsern Zug,

der erst abends 9h abfuhr. Aber die Zeit verging

auch u. nun begann eine lange Fahrt von

24 Stunden, wobei wir am liebsten noch ge-

Seitenzählung 37

schoben hätten, damit wir schneller vom Flecke

kamen; aber das Dampfroß ließ sich durch unsere

Ungeduld nicht aus der Ruhe bringen.

22. Dezember 1915.

Heute kam ich in Halle an. Die Ungewißheit, ob die

Ferien schon begonnen hatten oder nicht, trieb mich im

Laufschritt zur Elektrischen, die mich schnell zur Bude

brachte, wo sie gerade bei der Weihnachtsfeier saßen.

Für 5 Zigarren erhielt ich Eintritt u. fand auf TV,5 alles

in bester Stimmung. Ich wußte kaum, wen ich zuerst

begrüßen sollte. Nach einer urgemütlichen Sitzung

legten wir uns 2 30 nieder. Ich schlief großartig in

einem Bette, welchen Genuß man kaum noch kannte.

23. Dezember 1915.

war Schulschluß u. so mußte ich von den l. Buden

genossen Abschied nehmen. - Nun gab es noch

eine Freude für mich - nämlich die des Wiedersehns

daheim. Weihnachten zu Hause - welch ein Glück.

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Seitenzählung 36R

plötzlich ein Höllenlärm rechts von uns, der mehrere

Stunden anhielt. Höhe 193 westl. von Tahure war

vom 9. Korps erobert.

9. Dezember 1915.

Heute erfuhr ich, daß mein Urlaub wieder ein-

mal festgesetzt ist u. zwar auf den 22. Dez. O,

welch' ein Glück, zu Weihachten daheim sein zu

können bei Muttern in der warmen Stube.

Wenn es nur alle so haben könnten.

21. Dezember 1915.

Endlich war der Urlaub nach langem bangem

Warten herangekommen. Es paßte großartig,

daß ich gerade zu Weihnachten zu Hause sein

durfte, eine gute Entschädigung für meinen

damaligen Urlaub. Früh 8h ging's mit dem

Postwagen in die Protzenstellung u. dort war-

teten wir in Ungeduld auf unsern Zug,

der erst abends 9h abfuhr. Aber die Zeit verging

auch u. nun begann eine lange Fahrt von

24 Stunden, wobei wir am liebsten noch ge-

Seitenzählung 37

schoben hätten, damit wir schneller vom Flecke

kamen; aber das Dampfroß ließ sich durch unsere

Ungeduld nicht aus der Ruhe bringen.

22. Dezember 1915.

Heute kam ich in Halle an. Die Ungewißheit, ob die

Ferien schon begonnen hatten oder nicht, trieb mich im

Laufschritt zur Elektrischen, die mich schnell zur Bude

brachte, wo sie gerade bei der Weihnachtsfeier saßen.

Für 5 Zigarren erhielt ich Eintritt u. fand auf TV,5 alles

in bester Stimmung. Ich wußte kaum, wen ich zuerst

begrüßen sollte. Nach einer urgemütlichen Sitzung

legten wir uns 2 30 nieder. Ich schlief großartig in

einem Bette, welchen Genuß man kaum noch kannte.

23. Dezember 1915.

war Schulschluß u. so mußte ich von den l. Buden

genossen Abschied nehmen. - Nun gab es noch

eine Freude für mich - nämlich die des Wiedersehns

daheim. Weihnachten zu Hause - welch ein Glück.


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  • December 27, 2019 16:52:24 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 36R

    plötzlich ein Höllenlärm rechts von uns, der mehrere

    Stunden anhielt. Höhe 193 westl. von Tahure war

    vom 9. Korps erobert.

    9. Dezember 1915.

    Heute erfuhr ich, daß mein Urlaub wieder ein-

    mal festgesetzt ist u. zwar auf den 22. Dez. O,

    welch' ein Glück, zu Weihachten daheim sein zu

    können bei Muttern in der warmen Stube.

    Wenn es nur alle so haben könnten.

    21. Dezember 1915.

    Endlich war der Urlaub nach langem bangem

    Warten herangekommen. Es paßte großartig,

    daß ich gerade zu Weihnachten zu Hause sein

    durfte, eine gute Entschädigung für meinen

    damaligen Urlaub. Früh 8h ging's mit dem

    Postwagen in die Protzenstellung u. dort war-

    teten wir in Ungeduld auf unsern Zug,

    der erst abends 9h abfuhr. Aber die Zeit verging

    auch u. nun begann eine lange Fahrt von

    24 Stunden, wobei wir am liebsten noch ge-

    Seitenzählung 37

    schoben hätten, damit wir schneller vom Flecke

    kamen; aber das Dampfroß ließ sich durch unsere

    Ungeduld nicht aus der Ruhe bringen.

    22. Dezember 1915.

    Heute kam ich in Halle an. Die Ungewißheit, ob die

    Ferien schon begonnen hatten oder nicht, trieb mich im

    Laufschritt zur Elektrischen, die mich schnell zur Bude

    brachte, wo sie gerade bei der Weihnachtsfeier saßen.

    Für 5 Zigarren erhielt ich Eintritt u. fand auf TV,5 alles

    in bester Stimmung. Ich wußte kaum, wen ich zuerst

    begrüßen sollte. Nach einer urgemütlichen Sitzung

    legten wir uns 2 30 nieder. Ich schlief großartig in

    einem Bette, welchen Genuß man kaum noch kannte.

    23. Dezember 1915.

    war Schulschluß u. so mußte ich von den l. Buden

    genossen Abschied nehmen. - Nun gab es noch

    eine Freude für mich - nämlich die des Wiedersehns

    daheim. Weihnachten zu Hause - welch ein Glück.


Description

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  • 49.215669||4.647658||17||

    Tahure

  • 51.4728826||11.972373||12||

    Halle (Saale)

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Tahure
  • Additional document location Halle (Saale)


ID
12595 / 144502
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


December 8, 1915 – December 23, 1915
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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