Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 42

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Seitenzählung 33R

restlos in unsern Händen.

31. Oktober 1915

Weiterer Sturm.

1. November 1915.

Eroberung von Tahure u. Höhe 192.

2. November 1915.

Abends mit Gefr. v. Zschock (Dessauer Theologe) in der

Luftsignalstation. Auf der ganzen Front Ruhe.

Durchs Telefon erfuhren wir, daß wir zu etatsmäßigen

Unteroffz. befördert seien.

3. November 1915.

Adolf's Geburtstag. Von 12h mittags bis 6h abends

befand ich mich auf dem B-Stand. Sehnsüchtig wartete

ich schon auf meine Ablösung, denn es war in un-

serm Erdloch ziemlich kalt geworden. Plötzlich wurde

der Abendfrieden von furchtbarem Kanonendonner u.

Infanterie unterbrochen. Ich stürzte ans Scherenfern-

rohr u. sah einen Sprengpunkt neben dem andern;

der ganze Champagnehöhe schien Feuer zu speien. Eine

mächtige Feuergarbe schoß weithin leuchtend in den

Seitenzählung 34

dunklen Dämmerhimmel hinein, ihr folgte eine

mächtige Rauchsäule, die sich langsam an der ganzen

Front hinwälzte, immer neue Rauchmassen mit sich

ziehend. Nun war noch festzustellen, in welcher Rich-

tung das Kriegsgewitter sich entlud. Durch den Sehschlitz

war es nicht mehr zu unterscheiden. Ich rannte in

den Laufgraben u. schwang mich auf die Brüstung.

Doch ebenso schnell mußte ich im Sturmlauf zurück,

denn die Franzosen besäten unsere Anhöhe mit 12ern.

Also zurück in den Scherenfernrohrkamm. Es war

ein großartiges Schauspiel. Berge u. Täler waren völlig

in massige Rauchwolken eingehüllt, die die Abschüsse

und Sprengpunkte unheimlich reflektierten. Die Frz.

hatten als Gegenangriff für unsern eben stattge-

fundenen Infanterieangriff (ohne Artillerievorbereitung)

einen Gasangriff auf Gräben u. Artilleriestellungen

gemacht. Ich fühlte mich in meiner Bude garnicht

mehr sicher u. war froh, als die Ablösung endlich

erschien. Im Laufschritt gings zur Batterie zurück.

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Seitenzählung 33R

restlos in unsern Händen.

31. Oktober 1915

Weiterer Sturm.

1. November 1915.

Eroberung von Tahure u. Höhe 192.

2. November 1915.

Abends mit Gefr. v. Zschock (Dessauer Theologe) in der

Luftsignalstation. Auf der ganzen Front Ruhe.

Durchs Telefon erfuhren wir, daß wir zu etatsmäßigen

Unteroffz. befördert seien.

3. November 1915.

Adolf's Geburtstag. Von 12h mittags bis 6h abends

befand ich mich auf dem B-Stand. Sehnsüchtig wartete

ich schon auf meine Ablösung, denn es war in un-

serm Erdloch ziemlich kalt geworden. Plötzlich wurde

der Abendfrieden von furchtbarem Kanonendonner u.

Infanterie unterbrochen. Ich stürzte ans Scherenfern-

rohr u. sah einen Sprengpunkt neben dem andern;

der ganze Champagnehöhe schien Feuer zu speien. Eine

mächtige Feuergarbe schoß weithin leuchtend in den

Seitenzählung 34

dunklen Dämmerhimmel hinein, ihr folgte eine

mächtige Rauchsäule, die sich langsam an der ganzen

Front hinwälzte, immer neue Rauchmassen mit sich

ziehend. Nun war noch festzustellen, in welcher Rich-

tung das Kriegsgewitter sich entlud. Durch den Sehschlitz

war es nicht mehr zu unterscheiden. Ich rannte in

den Laufgraben u. schwang mich auf die Brüstung.

Doch ebenso schnell mußte ich im Sturmlauf zurück,

denn die Franzosen besäten unsere Anhöhe mit 12ern.

Also zurück in den Scherenfernrohrkamm. Es war

ein großartiges Schauspiel. Berge u. Täler waren völlig

in massige Rauchwolken eingehüllt, die die Abschüsse

und Sprengpunkte unheimlich reflektierten. Die Frz.

hatten als Gegenangriff für unsern eben stattge-

fundenen Infanterieangriff (ohne Artillerievorbereitung)

einen Gasangriff auf Gräben u. Artilleriestellungen

gemacht. Ich fühlte mich in meiner Bude garnicht

mehr sicher u. war froh, als die Ablösung endlich

erschien. Im Laufschritt gings zur Batterie zurück.


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  • December 27, 2019 15:06:50 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 33R

    restlos in unsern Händen.

    31. Oktober 1915

    Weiterer Sturm.

    1. November 1915.

    Eroberung von Tahure u. Höhe 192.

    2. November 1915.

    Abends mit Gefr. v. Zschock (Dessauer Theologe) in der

    Luftsignalstation. Auf der ganzen Front Ruhe.

    Durchs Telefon erfuhren wir, daß wir zu etatsmäßigen

    Unteroffz. befördert seien.

    3. November 1915.

    Adolf's Geburtstag. Von 12h mittags bis 6h abends

    befand ich mich auf dem B-Stand. Sehnsüchtig wartete

    ich schon auf meine Ablösung, denn es war in un-

    serm Erdloch ziemlich kalt geworden. Plötzlich wurde

    der Abendfrieden von furchtbarem Kanonendonner u.

    Infanterie unterbrochen. Ich stürzte ans Scherenfern-

    rohr u. sah einen Sprengpunkt neben dem andern;

    der ganze Champagnehöhe schien Feuer zu speien. Eine

    mächtige Feuergarbe schoß weithin leuchtend in den

    Seitenzählung 34

    dunklen Dämmerhimmel hinein, ihr folgte eine

    mächtige Rauchsäule, die sich langsam an der ganzen

    Front hinwälzte, immer neue Rauchmassen mit sich

    ziehend. Nun war noch festzustellen, in welcher Rich-

    tung das Kriegsgewitter sich entlud. Durch den Sehschlitz

    war es nicht mehr zu unterscheiden. Ich rannte in

    den Laufgraben u. schwang mich auf die Brüstung.

    Doch ebenso schnell mußte ich im Sturmlauf zurück,

    denn die Franzosen besäten unsere Anhöhe mit 12ern.

    Also zurück in den Scherenfernrohrkamm. Es war

    ein großartiges Schauspiel. Berge u. Täler waren völlig

    in massige Rauchwolken eingehüllt, die die Abschüsse

    und Sprengpunkte unheimlich reflektierten. Die Frz.

    hatten als Gegenangriff für unsern eben stattge-

    fundenen Infanterieangriff (ohne Artillerievorbereitung)

    einen Gasangriff auf Gräben u. Artilleriestellungen

    gemacht. Ich fühlte mich in meiner Bude garnicht

    mehr sicher u. war froh, als die Ablösung endlich

    erschien. Im Laufschritt gings zur Batterie zurück.


  • December 27, 2019 15:04:32 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 33R

    restlos in unsern Händen.

    31. Oktober 1915

    Weiterer Sturm.

    1. November 1915.

    Eroberung von Tahure u. Höhe 192.

    2. November 1915.

    Abends mit Gefr. v. Zschock (Dessauer Theologe) in der

    Luftsignalstation. Auf der ganzen Front Ruhe.

    Durchs Telefon erfuhren wir, daß wir zu etatsmäßigen

    Unteroffz. befördert seien.

    3. November 1915.

    Adolf's Geburtstag. Von 12h mittags bis 6h abends

    befand ich mich auf dem B-Stand. Sehnsüchtig wartete

    ich schon auf meine Ablösung, denn es war in un-

    serm Erdloch ziemlich kalt geworden. Plötzlich wurde

    der Abendfrieden von furchbarem Kanonendonner u.

    Infanterie unterbrochen. Ich stürzte ans Scherenfern-

    rohr u. sah einen Sprengpunkt neben dem anern;

    der ganze Champagnehöhe schien Feuer zu speien. Eine

    mächtige Feuergarbe schoß weithin leuchtend in den

    Seitenzählung 34

    dunklen Dämmerhimmel hinein, ihr folgte eine

    mächtige Rauchsäule, die sich langsam an der ganzen

    Front hinwälzte, immer neue Rauchmassen mit sich

    ziehend. Nun war noch festzustellen, in welcher Rich-

    tung das Kriegsgewitter sich entlud. Durch den Sehschlitz

    war es nicht mehr zu unterscheiden. Ich rannte in

    den Laufgraben u. schwang mich auf die Brüstung.

    Doch ebenso schnell mußte ich im Sturmlauf zurück,

    denn die Franzosen besäten unsere Anhöhe mit 12ern.

    Also zurück in den Scherenfernrohrkamm. Es war

    ein großartiges Schauspiel. Berge u. Täler waren völlig

    in massige Rauchwolken eingehüllt, die die Abschüsse

    und Sprengpunkte unheimlich reflektierten. Die Frz.

    hatten als Gegenangriff für unsere eben stattge-

    fundenen Infanterieangriff (ohne Artillerievorbereitung)

    einen Gasangriff auf Gräben u. Artilleriestellungen

    gemacht. Ich fühlte mich in meiner Bude garnicht

    mehr sicher u. war froh, als die Ablösung endlich

    erschien. Im Laufschritt gings zur Batterie zurück.


  • December 27, 2019 15:03:23 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 33R

    restlos in unsern Händen.

    31. Oktober 1915

    Weiterer Sturm.

    1. November 1915.

    Eroberung von Tahure u. Höhe 192.

    2. November 1915.

    Abends mit Gefr. v. Zsehock (Dessauer Theologe) in der

    Luftsignalstation. Auf der ganzen Front Ruhe.

    Durchs Telefon erfuhren wir, daß wir zu etatsmäßigen

    Unteroffz. befördert seien.

    3. November 1915.

    Adolf's Geburtstag. Von 12h mittags bis 6h abends

    befand ich mich auf dem B-Stand. Sehnsüchtig wartete

    ich schon auf meine Ablösung, denn es war in un-

    serm Erdloch ziemlich kalt geworden. Plötzlich wurde

    der Abendfrieden von furchbarem Kanonendonner u.

    Infanterie unterbrochen. Ich stürzte ans Scherenfern-

    rohr u. sah einen Sprengpunkt neben dem anern;

    der ganze Champagnehöhe schien Feuer zu speien. Eine

    mächtige Feuergarbe schoß weithin leuchtend in den

    Seitenzählung 34

    dunklen Dämmerhimmel hinein, ihr folgte eine

    mächtige Rauchsäule, die sich langsam an der ganzen

    Front hinwälzte, immer neue Rauchmassen mit sich

    ziehend. Nun war noch festzustellen, in welcher Rich-

    tung das Kriegsgewitter sich entlud. Durch den Sehschlitz

    war es nicht mehr zu unterscheiden. Ich rannte in

    den Laufgraben u. schwang mich auf die Brüstung.

    Doch ebenso schnell mußte ich im Sturmlauf zurück,

    denn die Franzosen besäten unsere Anhöhe mit 12ern.

    Also zurück in den Scherenfernrohrkamm. Es war

    ein großartiges Schauspiel. Berge u. Täler waren völlig

    in massige Rauchwolken eingehüllt, die die Abschüsse

    und Sprengpunkte unheimlich reflektierten. Die Frz.

    hatten als Gegenangriff für unsere eben stattge-

    fundenen Infanterieangriff (ohne Artillerievorbereitung)

    einen Gasangriff auf Gräben u. Artilleriestellungen

    gemacht. Ich fühlte mich in meiner Bude garnicht

    mehr sicher u. war froh, als die Ablösung endlich

    erschien. Im Laufschritt gings zur Batterie zurück.


  • December 27, 2019 11:21:39 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 33R

    restlos in unsern Händen.

    31. Oktober 1915

    Weiterer Sturm.

    1. November 1915.

    Eroberung von Tahurn u. Höhe 192.

    2. November 1915.

    Abends mit Gefr. v. Zsehock (Dessauer Theologe) in der

    Luftsignalstation. Auf der ganzen Front Ruhe.

    Durchs Telefon erfuhren wir, daß wir zu etatsmäßigen

    Unteroffz. befördert seien.

    3. November 1915.

    Adolf's Geburtstag. Von 12h mittags bis 6h abends

    befand ich mich auf dem B-Stand. Sehnsüchtig wartete

    ich schon auf meine Ablösung, denn es war in un-

    serm Erdloch ziemlich kalt geworden. Plötzlich wurde

    der Abendfrieden von furchbarem Kanonendonner u.

    Infanterie unterbrochen. Ich stürzte ans Scherenfern-

    rohr u. sah einen Sprengpunkt neben dem anern;

    der ganze Champagnehöhe schien Feuer zu speien. Eine

    mächtige Feuergarbe schoß weithin leuchtend in den

    Seitenzählung 34

    dunklen Dämmerhimmel hinein, ihr folgte eine

    mächtige Rauchsäule, die sich langsam an der ganzen

    Front hinwälzte, immer neue Rauchmassen mit sich

    ziehend. Nun war noch festzustellen, in welcher Rich-

    tung das Kriegsgewitter sich entlud. Durch den Sehschlitz

    war es nicht mehr zu unterscheiden. Ich rannte in

    den Laufgraben u. schwang mich auf die Brüstung.

    Doch ebenso schnell mußte ich im Sturmlauf zurück,

    denn die Franzosen besäten unsere Anhöhe mit 12ern.

    Also zurück in den Scherenfernrohrkamm. Es war

    ein großartiges Schauspiel. Berge u. Täler waren völlig

    in massige Rauchwolken eingehüllt, die die Abschüsse

    und Sprengpunkte unheimlich reflektierten. Die Frz.

    hatten als Gegenangriff für unsere eben stattge-

    fundenen Infanterieangriff (ohne Artillerievorbereitung)

    einen Gasangriff auf Gräben u. Artilleriestellungen

    gemacht. Ich fühlte mich in meiner Bude garnicht

    mehr sicher u. war froh, als die Ablösung endlich

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Description

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  • 49.215669||4.647658||17||

    Tahure

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Tahure


ID
12595 / 144499
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


October 30, 1915 – November 3, 1915
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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