Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 40

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Seitenzählung 31R

10. Oktober 1915.

Armee-Oberkommando 3

A. H. Qu. 6 Oktober 1915.

Soldaten der 3. Armee!

Der Feind wollte Euch durchbrechen, weit in sein von uns

erobertes Land hineinstoßen und unsere ganze Westfront

zum Wanken bringen. An Euerm Heldenmut ist sein

Plan bisher gescheitert. Vor einer großen Überlegenheit

an Artillerie mit ungeheurer Munition u. vor dem

Ansturm französischer Waffen habt Ihr am 25. Septem-

ber zwar ein kurzes Stück ausweichen müssen. Jetzt steht

Ihr aber in neuer gefestigter Stellung, habt allen neuen

Stürmen des Feindes auch heute wieder die Stirne geboten

mit dem festen Willen : Keinen Schritt weiter zurück.

Uber 100 000 Mann haben die Franzosen schon vor Euch

liegen lassen. Jetzt heißt es, die letzte Kraft des Feindes

zu brechen. Der junge Ersatz strömt unsern Reihen zu.

Die Jungen wollen es den Alten gleichtun im

treuen Ausharren auf dem blutgetränkten Boden

der Champagne. Das ganze dtsche Heer und unser

Seitenzählung 32

teures Vaterland sehen mit festem Vertrauen auf

uns. Wir wollen es rechtfertigen, jeder an seinem Platz,

bis zum letzten Atemzuge u. dem Feinde auch

weiter zeigen, was deutscher Heldensinn vermag;

dann ist der endgültige Sieg uns sicher.

Der Oberbefehlshaber

gez. v. Einem.

Gerüchten nach sollen wir die Champagneschlappe

nur der Kurzsichtigkeit des Herrn v. Einem zu

verdanken haben, weil er den ersten Meldungen

der Flieger u. Inf. keinen Glauben schenkte u.

demnach natürlich keine Vorsichtsmaßregeln

angeordnet hatte. Wie weit dem Glauben zu

schenken ist, kann ich nicht beurteilen.

11. Oktober 1915.

Die Geschütze donnerten ununterbrochen. Wenn

eins derselben unbrauchbar wurde, wurde es

sofort von einem Geschütz eines andern Rgts er-

setzt mit der fremden Bedienung, was uns zum

großen Glück gereichte. Während wir in der

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Seitenzählung 31R

10. Oktober 1915.

Armee-Oberkommando 3

A. H. Qu. 6 Oktober 1915.

Soldaten der 3. Armee!

Der Feind wollte Euch durchbrechen, weit in sein von uns

erobertes Land hineinstoßen und unsere ganze Westfront

zum Wanken bringen. An Euerm Heldenmut ist sein

Plan bisher gescheitert. Vor einer großen Überlegenheit

an Artillerie mit ungeheurer Munition u. vor dem

Ansturm französischer Waffen habt Ihr am 25. Septem-

ber zwar ein kurzes Stück ausweichen müssen. Jetzt steht

Ihr aber in neuer gefestigter Stellung, habt allen neuen

Stürmen des Feindes auch heute wieder die Stirne geboten

mit dem festen Willen : Keinen Schritt weiter zurück.

Uber 100 000 Mann haben die Franzosen schon vor Euch

liegen lassen. Jetzt heißt es, die letzte Kraft des Feindes

zu brechen. Der junge Ersatz strömt unsern Reihen zu.

Die Jungen wollen es den Alten gleichtun im

treuen Ausharren auf dem blutgetränkten Boden

der Champagne. Das ganze dtsche Heer und unser

Seitenzählung 32

teures Vaterland sehen mit festem Vertrauen auf

uns. Wir wollen es rechtfertigen, jeder an seinem Platz,

bis zum letzten Atemzuge u. dem Feinde auch

weiter zeigen, was deutscher Heldensinn vermag;

dann ist der endgültige Sieg uns sicher.

Der Oberbefehlshaber

gez. v. Einem.

Gerüchten nach sollen wir die Champagneschlappe

nur der Kurzsichtigkeit des Herrn v. Einem zu

verdanken haben, weil er den ersten Meldungen

der Flieger u. Inf. keinen Glauben schenkte u.

demnach natürlich keine Vorsichtsmaßregeln

angeordnet hatte. Wie weit dem Glauben zu

schenken ist, kann ich nicht beurteilen.

11. Oktober 1915.

Die Geschütze donnerten ununterbrochen. Wenn

eins derselben unbrauchbar wurde, wurde es

sofort von einem Geschütz eines andern Rgts er-

setzt mit der fremden Bedienung, was uns zum

großen Glück gereichte. Während wir in der


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  • December 27, 2019 13:21:34 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 31R

    10. Oktober 1915.

    Armee-Oberkommando 3

    A. H. Qu. 6 Oktober 1915.

    Soldaten der 3. Armee!

    Der Feind wollte Euch durchbrechen, weit in sein von uns

    erobertes Land hineinstoßen und unsere ganze Westfront

    zum Wanken bringen. An Euerm Heldenmut ist sein

    Plan bisher gescheitert. Vor einer großen Überlegenheit

    an Artillerie mit ungeheurer Munition u. vor dem

    Ansturm französischer Waffen habt Ihr am 25. Septem-

    ber zwar ein kurzes Stück ausweichen müssen. Jetzt steht

    Ihr aber in neuer gefestigter Stellung, habt allen neuen

    Stürmen des Feindes auch heute wieder die Stirne geboten

    mit dem festen Willen : Keinen Schritt weiter zurück.

    Uber 100 000 Mann haben die Franzosen schon vor Euch

    liegen lassen. Jetzt heißt es, die letzte Kraft des Feindes

    zu brechen. Der junge Ersatz strömt unsern Reihen zu.

    Die Jungen wollen es den Alten gleichtun im

    treuen Ausharren auf dem blutgetränkten Boden

    der Champagne. Das ganze dtsche Heer und unser

    Seitenzählung 32

    teures Vaterland sehen mit festem Vertrauen auf

    uns. Wir wollen es rechtfertigen, jeder an seinem Platz,

    bis zum letzten Atemzuge u. dem Feinde auch

    weiter zeigen, was deutscher Heldensinn vermag;

    dann ist der endgültige Sieg uns sicher.

    Der Oberbefehlshaber

    gez. v. Einem.

    Gerüchten nach sollen wir die Champagneschlappe

    nur der Kurzsichtigkeit des Herrn v. Einem zu

    verdanken haben, weil er den ersten Meldungen

    der Flieger u. Inf. keinen Glauben schenkte u.

    demnach natürlich keine Vorsichtsmaßregeln

    angeordnet hatte. Wie weit dem Glauben zu

    schenken ist, kann ich nicht beurteilen.

    11. Oktober 1915.

    Die Geschütze donnerten ununterbrochen. Wenn

    eins derselben unbrauchbar wurde, wurde es

    sofort von einem Geschütz eines andern Rgts er-

    setzt mit der fremden Bedienung, was uns zum

    großen Glück gereichte. Während wir in der


  • December 25, 2019 13:44:09 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 31R

    10. Oktober 1915.

    Armee-Oberkommando 3

    A. H. Qu. 6 Oktober 1915.

    Soldaten der 3. Armee!

    Der Feind wollte Euch durchbrechen, weit in sein von uns

    erobertes Land hineinstoßen und unsere ganze Westfront

    zum Wanken bringen. An Euerm Heldenmut ist sein

    Plan bisher gescheitert. Vor einer großen Überlegenheit

    an Artillerie mit ungeheurer Munition u. vor dem

    Ansturm französischer Waffen habt Ihr am 25. Septem-

    ber zwar ein kurzes Stück ausweichen müssen. Jetzt steht

    Ihr aber in neuer gefestigter Stellung, habt allen neuen

    Stürmen des Feindes auch heute wieder die Stirne geboten

    mit dem festen Willen : Keinen Schritt weiter zurück.

    Uber 100 000 Mann haben die Franzosen schon vor Euch

    liegen lassen. Jetzt heißt es, die letzte Kraft des Feindes

    zu brechen. Der junge Ersatz strömt unsern Reihen zu.

    Die Jungen wollen es den Alten gleichtun im

    treuen Ausharren auf dem blutgetränkten Boden

    der Champagne. Das ganze dtsche Heer und unser

    Seitenzählung 32

    teures Vaterland sehen mit festem Vertrauen auf

    uns. Wir wollen es rechtfertigen, jeder an seinem Platz,

    bis zum letzten Atemzuge u. dem Feinde auch

    weiter zeigen, was deutscher Heldensinn vermag;

    dann ist der endgültige Sieg uns sicher.

    Der Oberbefehlshaber

    gez. v. Einem.

    Gerüchten nach sollen wir die Champagneschlappe

    nur der Kurzsichtigkeit des Herrn v. Einem zu

    verdanken haben, weil er den ersten Meldungen

    der Flieger u. Inf. keinen Glauben schenkte u.

    demnach natürlich keine Vorsichtsmaßregeln

    angeordnet hatte. Wie weit dem Glauben zu

    schenken ist, dann ich nicht beurteilen.

    11. Oktober 1915.

    Die Geschütze donnerten ununterbrochen. Wenn

    eins derselben unbrauchbar wurde, wurde es

    sofort von einem Geschütz eines andern Rgts er-

    setzt mit der fremden Bedienung, was uns zum

    großen Glück gereichte. Während wir in der


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  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen


ID
12595 / 144497
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


October 10, 1915 – October 11, 1915
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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