Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 29

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Seitenzählung 20R

14. Juni 1915.

Im Laufe des Vormittags rückten die

Russen von neuem, so daß wir Nachmittag

aufprotzten u. ihnen nachzogen. Vom Biwack

aus streiften wir zu zweien die Gegend

bis zur Front ab, wobei wir auch das Dorf

Radawa besuchten, was durch unsere Granaten

malerisch zugerichtet war. Interessant zu sehen

waren die Trümmer der Kirche, an deren Ostseite

die Glocken mit ihren verkohlten Balkenlagern

lagen. Die eine war noch gut erhalten, wäh-

rend die andere von der ungeheuern Hitze

halb geschmolzen u. plattgedrückt war.

Die Brücken über die Lubaczowka waren von den Russen gesprengt wor-

den. - Die russ. Schützengräben waren wirklich

bestaunenswert. Unzählige Gräben hintereinander

u. im Walde eine Unmenge von (Reserven)-

Unterständen, für Reserven bestimmt. Befrie-

digt kehrten wir zur Batterie zurück.

Seitenzählung 21

15. Juni 1915.

Ein kleiner Vormarsch brachte uns Abwechslung.

16. Juni 1915.

Unentwegt geht es vorwärts, durch kaum

denkbare Sandgegenden, wo die Kanonen zu-

weilen bis zur Achse in den Sand versanken,

nehmen wir unsern Weg. Feuerstellung zu

nehmen war nicht mehr nötig, da die österr.

Truppen aus Polen kommend mit uns Füh-

lung bekommen hatten.

17. Juni 1915.

Russen sind ohne Gefecht gerückt. Der Weg

war um das doppelte so sandig als den ver-

gangenen Tag. Mit Müh u. Not brachten wir

unsere Geschütze bis Mitternacht ins Biwak.

Seit langer Zeit trafen wir auf unserm Mar-

sche größere Ortschaften an. Eine derselben war

von den Russen gänzlich ausgebrannt. Nur

die Schornsteine standen noch von rauchenden

Trümmern umgeben, das typische Zeichen eines

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Seitenzählung 20R

14. Juni 1915.

Im Laufe des Vormittags rückten die

Russen von neuem, so daß wir Nachmittag

aufprotzten u. ihnen nachzogen. Vom Biwack

aus streiften wir zu zweien die Gegend

bis zur Front ab, wobei wir auch das Dorf

Radawa besuchten, was durch unsere Granaten

malerisch zugerichtet war. Interessant zu sehen

waren die Trümmer der Kirche, an deren Ostseite

die Glocken mit ihren verkohlten Balkenlagern

lagen. Die eine war noch gut erhalten, wäh-

rend die andere von der ungeheuern Hitze

halb geschmolzen u. plattgedrückt war.

Die Brücken über die Lubaczowka waren von den Russen gesprengt wor-

den. - Die russ. Schützengräben waren wirklich

bestaunenswert. Unzählige Gräben hintereinander

u. im Walde eine Unmenge von (Reserven)-

Unterständen, für Reserven bestimmt. Befrie-

digt kehrten wir zur Batterie zurück.

Seitenzählung 21

15. Juni 1915.

Ein kleiner Vormarsch brachte uns Abwechslung.

16. Juni 1915.

Unentwegt geht es vorwärts, durch kaum

denkbare Sandgegenden, wo die Kanonen zu-

weilen bis zur Achse in den Sand versanken,

nehmen wir unsern Weg. Feuerstellung zu

nehmen war nicht mehr nötig, da die österr.

Truppen aus Polen kommend mit uns Füh-

lung bekommen hatten.

17. Juni 1915.

Russen sind ohne Gefecht gerückt. Der Weg

war um das doppelte so sandig als den ver-

gangenen Tag. Mit Müh u. Not brachten wir

unsere Geschütze bis Mitternacht ins Biwak.

Seit langer Zeit trafen wir auf unserm Mar-

sche größere Ortschaften an. Eine derselben war

von den Russen gänzlich ausgebrannt. Nur

die Schornsteine standen noch von rauchenden

Trümmern umgeben, das typische Zeichen eines


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  • December 23, 2019 09:13:43 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 20R

    14. Juni 1915.

    Im Laufe des Vormittags rückten die

    Russen von neuem, so daß wir Nachmittag

    aufprotzten u. ihnen nachzogen. Vom Biwack

    aus streiften wir zu zweien die Gegend

    bis zur Front ab, wobei wir auch das Dorf

    Radawa besuchten, was durch unsere Granaten

    malerisch zugerichtet war. Interessant zu sehen

    waren die Trümmer der Kirche, an deren Ostseite

    die Glocken mit ihren verkohlten Balkenlagern

    lagen. Die eine war noch gut erhalten, wäh-

    rend die andere von der ungeheuern Hitze

    halb geschmolzen u. plattgedrückt war.

    Die Brücken über die Lubaczowka waren von den Russen gesprengt wor-

    den. - Die russ. Schützengräben waren wirklich

    bestaunenswert. Unzählige Gräben hintereinander

    u. im Walde eine Unmenge von (Reserven)-

    Unterständen, für Reserven bestimmt. Befrie-

    digt kehrten wir zur Batterie zurück.

    Seitenzählung 21

    15. Juni 1915.

    Ein kleiner Vormarsch brachte uns Abwechslung.

    16. Juni 1915.

    Unentwegt geht es vorwärts, durch kaum

    denkbare Sandgegenden, wo die Kanonen zu-

    weilen bis zur Achse in den Sand versanken,

    nehmen wir unsern Weg. Feuerstellung zu

    nehmen war nicht mehr nötig, da die österr.

    Truppen aus Polen kommend mit uns Füh-

    lung bekommen hatten.

    17. Juni 1915.

    Russen sind ohne Gefecht gerückt. Der Weg

    war um das doppelte so sandig als den ver-

    gangenen Tag. Mit Müh u. Not brachten wir

    unsere Geschütze bis Mitternacht ins Biwak.

    Seit langer Zeit trafen wir auf unserm Mar-

    sche größere Ortschaften an. Eine derselben war

    von den Russen gänzlich ausgebrannt. Nur

    die Schornsteine standen noch von rauchenden

    Trümmern umgeben, das typische Zeichen eines


  • December 23, 2019 09:11:27 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 20R

    14. Juni 1915.

    Im Laufe des Vormittags rückten die

    Russen von neuem, so daß wir Nachmittag

    aufprotzten u. ihnen nachzogen. Vom Biwack

    aus streiften wir zu zweien die Gegend

    bis zur Front ab, wobei wir auch das Dorf

    Radawa besuchten, was durch unsere Granaten

    malerisch zugerichtet war. Interessant zu sehen

    waren die Trümmer der Kirche, an deren Ostseite

    die Glocken mit ihren verkohlten Balkenlagern

    lagen. Die eine war noch gut erhalten, wäh-

    rend die andere von der ungeheuern Hitze

    halb geschmolzen u. plattgedrückt war.

    Die Brücken über die Lubaczowka waren von den Russen gesprengt wor-

    den. - Die russ. Schützengräben waren wirklich

    bestaunenswert. Unzählige Gräben hintereinander

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    15. Juni 1915.

    Ein kleiner Vormarsch brachte uns Abwechslung.

    16. Juni 1915.

    Unentwegt geht es vorwärts, durch kaum

    denkbare Sandgegenden, wo die Kanonen zu-

    weilen bis zur Achse in den Sand versanken,

    nehmen wir unsern Weg. Feuerstellung zu

    nehmen war nicht mehr nötig, da die österr.

    Truppen aus Polen kommend mit uns Füh-

    lung bekommen hatten.

    17. Juni 1915.

    Russen sind ohne Gefecht gerückt. Der Weg

    war um das doppelte so sandig als den ver-

    gangenen Tag. Mit Müh u. Not brachten wir

    unsere Geschütze bis Mitternacht ins Biwak.

    Seit langer Zeit trafen wir auf unserm Mar-

    sche größere Ortschaften an. Eine derselben war

    von den Russen gänzlich ausgebrannt. Nur

    die Schornsteine standen noch von rauchenden

    Trümmern umgeben, das typische Zeichen eines


  • December 21, 2019 21:57:13 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 20R

    14. Juni 1915.

    Im Laufe des Vormittags rückten die

    Russen von neuem, so daß wir Nachmittag

    aufprotzten u. ihnen nachzogen. Vom Biwack

    aus streiften wir zu zweien die Gegend

    bis zur Front ab, wobei wir auch das Dorf

    Radawa besuchten, was durch unsere Granaten

    malerisch zugerichtet war. Interessant zu sehen

    waren die Trümmer der Kirche, an deren Ostseite

    die Glocken mit ihren verkohlten Balkenlagern

    lagen. Die eine war noch gut erhalten, wäh-

    rend die andere von der ungeheuern Hitze

    halb geschmolzen u. plattgedrückt war.

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    den. - Die russ. Schützengräben waren wirklich

    bestaunenswert. Unzählige Gräben hintereinander

    u. im Walde eine Unmenge von (Reserven)-

    Unterständen, für Reserven bestimmt. missing

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    15. Juni 1915.

    Ein kleiner Vormarsch brachte uns Abwechslung.

    16. Juni 1915.

    Unentwegt geht es vorwärts, durch kaum

    denkbare Sandgegenden, wo die Kanonen zu-

    weilen bis zur Achse in den Sand versanken,

    nehmen wir unsern Weg. Feuerstellung zu

    nehmen war nicht mehr nötig, da die österr.

    Truppen aus Polen kommend mit uns Füh-

    lung bekommen hatten.

    17. Juni 1915.

    Russen sind ohne Gefecht gerückt. Der Weg

    war um das doppelte so sandig als den ver-

    gangenen Tag. Mit Müh u. Not brachten wir

    unsere Geschütze bis Mitternacht ins Biwak.

    Seit langer Zeit trafen wir auf unserm Mar-

    sche größere Ortschaften an. Eine derselben war

    von den Russen gänzlich ausgebrannt. Nur

    die Schornsteine standen noch von rauchenden

    Trümmern umgeben, das typische Zeichen eines


  • December 21, 2019 21:49:01 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 20R

    14. Juni 1915.

    Im Laufe des Vormittags rückten die

    Russen von neuem, so daß wir Nachmittag

    aufprotzten u. ihnen nachzogen. Vom Biwack

    aus streiften wir zu zweien die Gegend

    bis zur Front ab, wobei wir auch das Dorf

    Radawa besuchten, was durch unsere Granaten

    malerisch zugerichtet war. Interessant zu sehen

    waren die Trümmer der Kirche, an deren Ostseite

    die Glocken mit ihren verkohlten Balkenlagern

    lagen. Die eine war noch gut erhalten, wäh-

    rend die andere von der ungeheuern Hitze

    halb geschmolzen u. plattgedrückt war.

    Die Brücken über die missingwaren von den Russen gesprengt wor-

    den. - Die russ. Schützengräben waren wirklich

    bestaunenswert. Unzählige Gräben hintereinander

    u. im Walde eine Unmenge von (Reserven)-

    Unterständen, für Reserven bestimmt. missing

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    15. Juni 1915.



Description

Save description
  • 50.1372016||22.7633558||14||

    Radawa

  • 50.1276451||22.7390433||12||

    Lubaczówka

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Radawa
  • Additional document location Lubaczówka


ID
12595 / 144485
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


June 14, 1915 – June 17, 1915
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



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