Leutnant der Reserve Ernst Hartung vom Feldartillerie-Regiment 247, item 20

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

Seitenzählung 11R

wurde der Kanonendonner u. immer schlechter die

Wege, trotzdem sie von den Pionieren zum Teil durch

regelrechte Knüppeldämme  wieder fahrbar gemacht

worden waren. - Als wir an den Stellungen

unserer schweren Artill. vorbeifuhren, begrüßten

uns die Frz. mit 4 gutgezielten Granaten, die

für die Frz. leider, für uns zum Glück zu kurz

lagen. - In einem Tale machten wir Halt, um

die Dämmerung hereinbrechen zu lassen. Darauf lösten

wir eine Feldkanonenbatterie während ständigen Inf.-

feuers ab. - Abends 10h zogen wir in unser Erd-

loch, was wir Villa "Osterloch" tauften, um. Trotz

stickiger Luft haben wir köstlich in Morpheus Armen

gelegen u. uns an seinem Balsam gütlich getan.

6. April 1915.

Am Morgen ging es an die Arbeit, unsern Ge-

schützstand auszubauen. Uber uns breitete sich das

grüne Dach von Kiefern aus. Wie wir feststellen

konnten, befanden wir uns zwischen Ripont

und Tahure im sogenannten Hexenkessel auf

Seitenzählung 12

der Giesberthöhe. - Um 9h begannen wir unser

Einschießen, was bis nachmittags 4h währte.

7. April 1915.

Heute beteiligten wir uns das erste Mal an

einem kl. Gefecht, was mit der Eroberung eines

fdl. Grabenstückes endete.

9. April 1915.

In der Nacht versuchte der Feind seine Schlappe

wieder wettzumachen, was ihm aber nicht ge-

lang.

11. April 1915.

Nach unruhiger Nacht brach mein Geburtstag an.

Er war freundlicher als mancher andere Tag.

Frühmorgens schickte mir die Sonne die zweiten

Glückwünsche. Die ersten hatte ich schon einen

Tag früher von Klotz erhalten. Die ersten Schüsse

sah ich für mich als Salutschüsse an. 2 Lerchen

sangen mir mitten im Kanonendonner ein

Liedchen, was uns bei dem Getöse höchst sonder-

bar vorkam. Eine Zeitung brachte uns glänzende

Transcription saved

Seitenzählung 11R

wurde der Kanonendonner u. immer schlechter die

Wege, trotzdem sie von den Pionieren zum Teil durch

regelrechte Knüppeldämme  wieder fahrbar gemacht

worden waren. - Als wir an den Stellungen

unserer schweren Artill. vorbeifuhren, begrüßten

uns die Frz. mit 4 gutgezielten Granaten, die

für die Frz. leider, für uns zum Glück zu kurz

lagen. - In einem Tale machten wir Halt, um

die Dämmerung hereinbrechen zu lassen. Darauf lösten

wir eine Feldkanonenbatterie während ständigen Inf.-

feuers ab. - Abends 10h zogen wir in unser Erd-

loch, was wir Villa "Osterloch" tauften, um. Trotz

stickiger Luft haben wir köstlich in Morpheus Armen

gelegen u. uns an seinem Balsam gütlich getan.

6. April 1915.

Am Morgen ging es an die Arbeit, unsern Ge-

schützstand auszubauen. Uber uns breitete sich das

grüne Dach von Kiefern aus. Wie wir feststellen

konnten, befanden wir uns zwischen Ripont

und Tahure im sogenannten Hexenkessel auf

Seitenzählung 12

der Giesberthöhe. - Um 9h begannen wir unser

Einschießen, was bis nachmittags 4h währte.

7. April 1915.

Heute beteiligten wir uns das erste Mal an

einem kl. Gefecht, was mit der Eroberung eines

fdl. Grabenstückes endete.

9. April 1915.

In der Nacht versuchte der Feind seine Schlappe

wieder wettzumachen, was ihm aber nicht ge-

lang.

11. April 1915.

Nach unruhiger Nacht brach mein Geburtstag an.

Er war freundlicher als mancher andere Tag.

Frühmorgens schickte mir die Sonne die zweiten

Glückwünsche. Die ersten hatte ich schon einen

Tag früher von Klotz erhalten. Die ersten Schüsse

sah ich für mich als Salutschüsse an. 2 Lerchen

sangen mir mitten im Kanonendonner ein

Liedchen, was uns bei dem Getöse höchst sonder-

bar vorkam. Eine Zeitung brachte uns glänzende


Transcription history
  • December 20, 2019 16:29:06 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 11R

    wurde der Kanonendonner u. immer schlechter die

    Wege, trotzdem sie von den Pionieren zum Teil durch

    regelrechte Knüppeldämme  wieder fahrbar gemacht

    worden waren. - Als wir an den Stellungen

    unserer schweren Artill. vorbeifuhren, begrüßten

    uns die Frz. mit 4 gutgezielten Granaten, die

    für die Frz. leider, für uns zum Glück zu kurz

    lagen. - In einem Tale machten wir Halt, um

    die Dämmerung hereinbrechen zu lassen. Darauf lösten

    wir eine Feldkanonenbatterie während ständigen Inf.-

    feuers ab. - Abends 10h zogen wir in unser Erd-

    loch, was wir Villa "Osterloch" tauften, um. Trotz

    stickiger Luft haben wir köstlich in Morpheus Armen

    gelegen u. uns an seinem Balsam gütlich getan.

    6. April 1915.

    Am Morgen ging es an die Arbeit, unsern Ge-

    schützstand auszubauen. Uber uns breitete sich das

    grüne Dach von Kiefern aus. Wie wir feststellen

    konnten, befanden wir uns zwischen Ripont

    und Tahure im sogenannten Hexenkessel auf

    Seitenzählung 12

    der Giesberthöhe. - Um 9h begannen wir unser

    Einschießen, was bis nachmittags 4h währte.

    7. April 1915.

    Heute beteiligten wir uns das erste Mal an

    einem kl. Gefecht, was mit der Eroberung eines

    fdl. Grabenstückes endete.

    9. April 1915.

    In der Nacht versuchte der Feind seine Schlappe

    wieder wettzumachen, was ihm aber nicht ge-

    lang.

    11. April 1915.

    Nach unruhiger Nacht brach mein Geburtstag an.

    Er war freundlicher als mancher andere Tag.

    Frühmorgens schickte mir die Sonne die zweiten

    Glückwünsche. Die ersten hatte ich schon einen

    Tag früher von Klotz erhalten. Die ersten Schüsse

    sah ich für mich als Salutschüsse an. 2 Lerchen

    sangen mir mitten im Kanonendonner ein

    Liedchen, was uns bei dem Getöse höchst sonder-

    bar vorkam. Eine Zeitung brachte uns glänzende


  • December 20, 2019 16:22:03 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 11R

    wurde der Kanonendonner u. immer schlechter die

    Wege, trotzdem sie von den Pionieren zum Teil durch

    regelrechte Knüppeldämme wieder fahrbar gemacht

    worden waren. - Als wir an den Stellungen

    unserer schweren Artill. vorbeifuhren, begrüßten

    uns die Frz. mit 4 gutgezielten Granaten, die

    für die Frz. leider, für uns zum Glück zu kurz

    lagen. - In einem Tale machten wir Halt, um

    die Dämmerung hereinbrechen zu lassen. Darauf lösten

    wir eine Feldkanonenbatterie während ständigen Inf.-

    feuers ab. - Abends 10h zogen wir in unser Erd-

    loch, was wir Villa "Osterloch" tauften, um. Trotz

    stickiger Luft haben wir köstlich in Morpheus Armen

    gelegen u. uns an seinem Balsam gütlich getan.

    6. April 1915.

    Am Morgen ging es an die Arbeit, unsern Ge-

    schützstand auszubauen. Uber uns breitete sich das

    grüne Dach von Kinsern aus. Wie wir feststellen

    konnten, befanden wir uns zwischen Ripont

    und Tahurn im sogenannten Hexenkessel auf

    Seitenzählung 12

    der Giesberthöhe. - Um 9h begannen wir unser

    Einschießen, was bis nachmittags 4h währte.

    7. April 1915.

    Heute beteiligten wir uns das erste Mal an

    einem kl. Gefecht, was mit der Eroberung eines

    fdl. Grabenstückes endete.

    9. April 1915.

    In der Nacht versuchte der Feind seine Schlappe

    wieder wettzumachen, was ihm aber nicht ge-

    lang.

    11. April 1915.

    Nach unruhiger Nacht brach mein Geburtstag an.

    Er war freundlicher als mancher andere Tag.

    Frühmorgens schickte mir die Sonne die zweiten

    Glückwünsche. Die ersten hatte ich schon einen

    Tag früher von Klotz erhalten. Die ersten Schüsse

    sah ich für mich als Salutschüsse an. 2 Lerchen

    sangen mir mitten im Kanonendonner ein

    Liedchen, was uns bei dem Getöse höchst sonder-

    bar vorkam. Eine Zeitung brachte uns glänzende


  • December 20, 2019 16:10:21 Evelyn Weiser

    Seitenzählung 11R

    wurde der Kanonendonner u. immer schlechter die

    Wege, trotzdem sie von den Pionieren zum Teil durch

    regelrechte Knüppeldämme wieder fahrbar gemacht

    worden waren. - Als wir an den Stellungen

    unserer schweren Artill. vorbeifuhren, begrüßten

    uns die Frz. mit 4 gutgezielten Granaten, die

    für die Frz. leider, für uns zum Glück zu kurz

    lagen. - In einem Tale machten wir Halt, um

    die Dämmerung hereinbrechen zu lassen. Darauf lösten

    wir eine Feldkanonenbatterie während ständigen Inf.-

    feuers ab. - Abends 10h zogen wir in unser Erd-

    loch, was wir Villa "Osterloch" tauften, um. Trotz

    stickiger Luft haben wir köstlich in Morpheus Armen

    gelegen u. uns an seinem Balsam gütlich getan.

    6. April 1915.

    Am Morgen ging es an die Arbeit, unsern Ge-

    schützstand auszubauen. Uber uns breitete sich das

    grüne Dach von Kinsern aus.


Description

Save description
  • 49.225125||4.701498||9||

    Ripont

  • 49.215669||4.647658||17||

    Tahure

  • 50.1676885||23.034996999999976||

    Oleszyce, Polen

    ||1
Location(s)
  • Story location Oleszyce, Polen
  • Document location Ripont
  • Additional document location Tahure


ID
12595 / 144476
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Vera Choulant
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


April 5, 1915 – April 11, 1915
  • Deutsch

  • Eastern Front
  • Western Front

  • Artillery
  • Gas Warfare
  • Medical
  • Trench Life



Notes and questions

Login to leave a note